Scrum Essentials: Die sieben Fragen der User Story

Eine User Story ist das Ergebnis der Antworten auf die 7W-Fragen:

Wer möchte was, wozu?

 

Als User/Rolle (Wer?)

möchte ich diese Funktionalität (Was?),

damit ich folgenden Nutzen habe. (Wozu?)

 

Oder mit einem Beispiel ausgedrückt:

  • Als Sportler
  • hätte ich gerne Flügel,
  • damit ich schneller als meine Konkurrenz im Ziel ankomme.

Dann bleiben aber natürlich noch 4 Fragen übrig, nämlich:

  1. Wo?
  2. Wann?
  3. Wie?
  4. Warum?

Die Frage „Wo?“

Die Frage „Wo?“ steht für den Kontext und damit im weitesten Sinne für die Constraints.  Wo in meiner Applikation soll diese Funktionalität sein? Soll das Bild bei den Profilen angezeigt werden oder soll es im Navigationssystem dazu dienen, dass der Fahrer das Ziel leichter findet?

Mit „Wo“ identifiziert man auch schnell, ob es sich um eine kritische Funktionalität handelt oder um eine unbedeutende.

 

Die Frage „Wann?“

Die Frage „Wann“ steht für den zeitlichen Ablauf. Wann steht immer für einen Zeitpunkt. Also hilft uns diese Frage zu verstehen, zu welchem Zeitpunkt ein Funktionalität eintreten soll.

Die Frage „Wie?“

Jetzt sind wir im Bereich der Umsetzung – des Designs. Design fragt nicht nach dem „Warum?“, sondern sucht nach einer Lösung dafür, wie etwas sein soll. Wie steht also für Themen wie Usability, aber auch für die technische Lösung der Fragestellung.

Die Frage „Warum?“

Nach einem Nutzen fragt man mit „Wozu?“. Der ist in der User Story selbst bezeichnet. Warum ist die Frage nach dem Grund. Diese Frage liegt hinter der User Story an sich: Warum implementieren wir diese User Story? Weil die Firma einen Business Value davon hat. Weil wir gesetzliche Vorschriften einhalten müssen, weil wir Deadlines einhalten müssen etc.

Geschrieben von

Boris Gloger Boris Gloger Boris Gloger zählt als erster Certified Scrum Trainer weltweit zu den Scrum-Pionieren und ist ein Vordenker für neue Arbeitsformen. Er glaubt nicht nur an Scrum, weil es bessere Produkte in kürzerer Zeit hervorbringt, sondern auch, weil es den Arbeitsplatz in einen humaneren Ort verwandeln kann. Boris ist Unternehmensberater, Autor, Serial Entrepreneur und Keynote Speaker und zählt weltweit zu den Pionieren von Scrum und Agilität. Für ihn war „Agile“ immer mehr als reine Methodik: Als einer der Ersten hat er erkannt, dass in agilen Denk- und Arbeitsweisen die Kraft steckt, Organisationen von Grund auf neu auszurichten und dadurch fit für das 21. Jahrhundert zu machen. An seinen Ideen zu einem modernen, agilen Management orientieren sich heute viele nationale und internationale Unternehmen. Als Vater zweier Kinder hat Boris ein starkes Bedürfnis, in der Gesellschaft etwas positiv zu verändern. Deshalb engagiert er sich u. a. für eine radikale Umkehr des derzeitigen Bildungssystems, wie etwa mit dem erfolgreichen Pilotprojekt Scrum4Schools. Er ist fest davon überzeugt, dass Selbstorganisation und das Prinzip der Freiwilligkeit die besten Wege sind, um Ziele zu erreichen und ein eigenständiges Leben zu führen.

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5 Antworten zu “Scrum Essentials: Die sieben Fragen der User Story”

  1. Mathias sagt:

    Das geht jetzt zwar am eigentlichen Inhalt dieses Posts vorbei, aber trotzdem bitte ich um Meinungen zu folgendem Gedanken: als Team würde ich die “Sportler”-User Story gleich wieder ablehnen, weil sie die Lösung (“Flügel”) schon vorwegnimmt. Wie eine Lösung designed wird, obliegt ja mE dem Team und nicht dem PO. Ich denke, die User Story müsste eher lauten:
    -) Als Sportler möchte ich
    -) schneller als die Konkurrenz ans Ziel kommen,
    -) um zu gewinnen.
    Ob dann Flügel gebaut werden oder ein Raketenantrieb, entscheidet das Team (vielleicht noch gemeinsam mit dem PO).
    Einverstanden?

    • Boris Gloger sagt:

      Hah – du hast Recht!
      Da bin ich doch tatsächlich selbst in die Falle gelaufen. Ich selbst hätte das so in einem Training selbst korrigiert.
      Warum ist mir das passiert? Weil ich das Produkt, dass ich wollte bereits kannte: “Red Bull”.
      Danke für den Hinweis.

      • Ralph Steins sagt:

        Also ich hätte ja die Flügelschuhe von Hermes genommen.
        Wo finde ich denn mal Beispiele für größere Stories und wie man sie zerlegt?

    • Stefan Roock sagt:

      Die Kritik an der Story finde ich berechtigt. Die “abzulehnen” geht mir aber in die falsche (weil unkooperative) Richtung. Meiner Meinung nach sollte das Team in so einem Fall gemeinsam mit dem PO nach einer geeigneten Formulierung der Stiry suchen.

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