Warum Executives den Plastikmüll raustragen sollten
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Samstag Morgen — die Küche der Glogers
Ich öffne die Lade unter unserer Spüle, wo die Abfallbehälter stehen. Wir trennen den Müll und der Plastikmüllbehälter ist schon wieder voll.
Boris
(seufzend)
Puh, das ist ja schon wieder voll!
Meine Frau Kathrin
(mit einem wissenden Lächeln)
Du kannst den Plastikmüll ruhig runterbringen.
Boris
Oh Mann, ich will den Müll nicht schon wieder raustragen. 
Das ist echt viel Plastikmüll. Ich frage mich, ob die Vorstände von OMV oder Shell den Plastikmüll selbst runterbringen müssen. Ich wette, die wissen gar nicht, wie viel Plastik in ihrem Haus ständig weggeworfen wird.
Plötzlich macht es bei mir „Klick“. Das ist es! Die Bosse der großen Unternehmen sind wahrscheinlich so weit von der Realität entfernt, dass sie gar nicht spüren, was sie verursachen. Wer den Plastikmüll nicht selbst zur Mülltrennung trägt, bemerkt doch gar nicht, wie viel Müll das ist. Wer verantwortlich ist für all das Plastik, weil er es erzeugt oder die Rohstoffe zur Verfügung stellt, aber selbst womöglich gar nicht mitbekommt, was das anrichten kann, der denkt auch nicht darüber nach, wie er das wieder verändern kann. (Ich gebe zu, das sind wahrscheinlich falsche Annahmen, ich stelle mir halt einen dieser Konzernbosse in der schicken Villa mit Dienstboten vor.) Ich als derjenige, der das viele Plastik selbst runtertragen muss, überlege natürlich sofort, wie ich das viele Plastik vermeiden könnte. Könnte ich vielleicht weniger einkaufen?
Versteht mich nicht falsch: Ich bin weit davon entfernt, Konzern-CXOs zu verurteilen. Ich frage mich nur, was wäre, wenn sie selbst ihren eigenen Plastikmüll raustragen müssten. Würde das etwas ändern?
Für mich ist diese Frage deshalb so wichtig, weil wir in der agilen Welt von Feedback reden … Genau das ist ein Beispiel für das Feedback, das wir brauchen. Wer etwas verursacht, zum Beispiel Plastikmüll, oder einen Defect in einem Softwareprogramm, der muss auch mitbekommen, was diese Handlung ausgelöst hat. Er wird anfangen, seine verursachende Handlung zu ändern, sollten die Konsequenzen unangenehm sein.

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