Scrum4Schools: Agiles Arbeiten im verteilten Hochschulprojekt

Ein weiteres SCRUM4SCHOOLS-Projekt nimmt Fahrt auf. Gemeinsam mit der FH des BFI in Wien, einer berufsbegleitenden Studieneinrichtung, mit der wir schon frühere Produktentwicklungserfolge wie unsere Scrum-Checklist für Android und iOS feiern konnten, entwickeln wir nun eine Lernplattform, auf der wir das Wissen unserer Consultants an einem Ort im Internet konsolidieren und als Open Source anbieten. Als Product Owner des Projekts bin ich natürlich sehr gespannt, wie den Studenten das Arbeiten mit Scrum gefällt. IT-Genie Sebastian Mühlbauer ist nicht nur unser Kollege bei borisgloger consulting, sondern auch Teil des studentischen Entwicklerteams schon machen konnte. Welche Erfahrungen er in diesem Projekt gemacht hat, verrät Sebastian Mühlbauer im folgenden Interview.
Hi Sebastian, welche Rahmenbedingungen gelten für das Projekt?
Im Rahmen unseres Studiums müssen wir ein zweisemestriges Projektpraktikum absolvieren. Dabei sollen wir neben dem regulären Studium gemeinsam mit einem echten Auftraggeber ein Projekt durchführen. Unsere Projektgruppe hat sich für borisgloger consulting entschieden, weil es der einzige Auftraggeber war, der uns angeboten hat, agile Methoden auszuprobieren. Zurzeit sind wir fünf Personen exklusive FH-Projektbetreuer und dir als Product Owner.
Hast du vor diesem Projekt schon einmal mit agilen Methoden gearbeitet?
Nicht wirklich. Sowohl in meinem jetzigen als auch in meinem letzten Studium habe ich immer mit traditionellen Projektmanagementmethoden gearbeitet. Unter anderem haben wir ein fiktives Projekt nach den Regeln des IPMA/PMA Projekthandbuchs durchgespielt.
Wie hast du den Einstieg in Scrum empfunden?
Vor allem die vielen Scrum-spezifischen Begriffe waren anfangs nicht leicht merkbar – Eselsbrücken haben aber recht gut geholfen. Dadurch, dass wir in Scrum mit dem Prinzip “Learning by Doing” eingestiegen sind, hat es nicht allzu lange gedauert bis zumindest der Scrum-Flow gesessen hat. Man lernt aber immer noch jeden Tag etwas Neues dazu. Das Spannendste, was ich mitnehmen konnte, war die Fokussierung auf ein funktionierendes Minimum Viable Product statt auf das komplett fertige Produkt. Die Methodik stammt aus dem Lean-Startup-Konzept. Man entwickelt nur das Mindeste, das man braucht, um das Produkt zum Fliegen zu bringen. Wenn wir nur unser Endprodukt als Ziel gehabt hätten, hätten wir wohl um einiges länger dafür gebraucht, einen funktionierenden Prototyp zu erstellen.
Das Projektteam arbeitet an verteilten Orten. Wie bekommt ihr das mit der Synchronisation hin?
Unsere Kommunikation und Kollaboration findet größtenteils über das frei zugängliche Slack und Trello statt. Für Dateien verwenden wir eine Google Drive, die auch in der kostenlosen Version mit den zwei Tools verbunden werden kann. Die Lernplattform entwickeln wir zentral auf einem Webspace, der uns von borisgloger consulting zur Verfügung gestellt wurde. Da alle unsere Teammitglieder nebenbei berufstätig sind, mussten wir die Scrum-Meetings auf unsere speziellen Bedürfnisse anpassen: Wir haben alle zwei Wochen ein eineinhalb- bis zweistündiges Skype-Meeting, bei dem das Entwicklerteam aus Wien mit dem Product Owner in Stuttgart die Synchronisation abwickelt. Darüber hinaus sieht sich das Entwicklerteam auch immer wieder auf der Fachhochschule. Wir versuchen Besprechungen also in unseren FH-Alltag einzubinden, um effizient arbeiten zu können.

Dein Studium ist berufsbegleitend. Konntest du agile Methoden schon in deine Arbeit einfließen lassen?
Da ich durch das Projekt meinen Weg zu borisgloger consulting gefunden habe: ein ganz klares Ja. Auch darüber hinaus konnte ich in diversen ehrenamtlichen Projekten, in denen ich mitarbeite, bereits Teile des agilen Projektmanagements umsetzen – sei es die Visualisierung auf Taskboards oder die Verbesserung der Meetingkultur mit dem, was wir in der Scrum-Einschulung von Damla Nalbant gelernt haben. Ich versuche hier, konstant Neues zu probieren und meinen Horizont in diesem Bereich zu erweitern. Bis jetzt hat es gut geklappt.
Sebastian, vielen Dank für das Interview – ich wünsche dir noch viel Erfolg im Projekt.