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Als Consultants werden wir häufig gefragt, warum das Team jetzt agil zusammenarbeiten soll – vorher hat es doch auch funktioniert. Ja, vorher hat es auch funktioniert, aber ich gebe dir hier 5 Gründe, warum agiles Arbeiten geil ist und warum auch ich mich ganz bewusst dazu entschieden habe, in einem agilen Unternehmen zu arbeiten.

Wir kennen doch alle die Situation: Viele Prozesse im Unternehmen sind lang und man hat das Gefühl, dass es Monate dauert, bis eine Entscheidung gefällt wird. Prozesse sind veraltet und jeder kocht sein eigenes Süppchen, ohne nach links oder rechts zu schauen. Es könnte ja jemand sehen, was ich da mache und aufgrund dieser Haltung weiß irgendwann niemand mehr so genau, was die anderen eigentlich machen. Was völlig verloren geht: der Bezug zum Kunden. Meine Motivation sinkt in solch einem Umfeld extrem und ich fühle mich wie in einem Hamsterrad – dabei habe ich doch viele Ideen! Irgendwann habe ich mich gefragt, was ich ändern kann, damit mir meine Arbeit wieder Spaß macht. Was könnte hier also die Lösung sein? Agiles Arbeiten!

Auf Augenhöhe an einem Strang ziehen

In einem agilen Team zu arbeiten bedeutet, dass die Mitglieder eines Teams gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Es gibt eine Vision, die mich und mein Team antreibt. Agil zu arbeiten bedeutet, dass ich meine Kollegen mit Respekt behandle und wir uns auf Augenhöhe begegnen – das erwarte ich auch von meinem Chef. Das bedeutet beispielsweise, dass wir pünktlich zu Meetings kommen, dass Meetings eine Timebox haben, wir einander zuhören und ausreden lassen und bei den Meetings konstruktiv zusammenarbeiten. Ich lasse mich nicht ablenken und kann so fokussiert arbeiten. Am Ende des Tages habe ich etwas geleistet. Eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit auf Augenhöhe ist das gegenseitige Vertrauen darauf, dass wir zu jedem Zeitpunkt unser Bestes tun. Ich wertschätze die Arbeit der anderen und genauso wird auch meine Arbeit und mein Impuls wertgeschätzt. Wenn so alle an einem Strang ziehen, dann werde ich morgens aufstehen und mir nicht überlegen, ob ich tatsächlich zur Arbeit gehen möchte. Ich stehe auf und gehe gerne zur Arbeit, weil es mir Spaß macht, mit meinem Team etwas zu erarbeiten – und ich weiß, wofür ich es mache.

Aufgaben transparent machen und Lösungen finden

Kennt ihr das auch: Ihr arbeitet an etwas und wenn ihr es nach wochenlanger Arbeit euren Kollegen zeigt, erfahrt ihr, dass Kollege xy bereits ein Konzept erarbeitet hat. Eure Arbeit war also für die Schublade. Werden Aufgaben transparent gemacht, können wir redundante Aufgaben frühzeitig entdecken und Aufgaben erledigen, die auch einen Sinn haben. Dadurch bleibt mehr Zeit für andere Aufgaben. Wir können zudem erkennen, wer gerade woran arbeitet und ebenso sehen, was bereits erledigt wurde. Indem wir über die Aufgaben reden, bekommen wir wertwolle Informationen und Unterstützung von anderen Kollegen, wo es notwendig ist.

Als Team sind wir stärker

Wir sind ein Team und liefern gemeinsam. Wir alle wissen also, was in der nächsten Zeit auf uns zukommt und wie wir die Flut an Aufgaben bewältigen. Auch wenn jeder sein eigenes Aufgabengebiet haben kann, ist es doch sinnvoll, wenn jeder ein Grundverständnis zu den Anforderungen hat. So können wir uns gegenseitig unterstützen, falls es notwendig ist. Wenn jeder mit seinem Know-how auf die Aufgabe schaut, verbessern wir die Qualität des Produkts, Durch verschiedene Blickwinkel können wir einzigartige Lösungen kreieren. Gemeinsam sind wir stärker!

Feedbackkultur

Ich habe das Bestreben, besser zu werden und vorwärts zu kommen. Indem ich Feedback aktiv einfordere, kann ich mein Verhalten reflektieren. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber an manchen Tagen tut es gut, wenn mir jemand sagt, dass ich etwas gut gemacht habe. Aber auch wenn etwas weniger gut gelaufen ist, hilft konstruktives Feedback dabei, uns stetig zu verbessern und zu wachsen. Ein agiles Team lebt von Feedback. Nur durch aktives Feedback und Reflexion kann ich Prozesse verändern und mich weiterentwickeln.

Selbstorganisation

Selbstorganisation ist gerade für ein neues Team ein herausforderndes Thema. Die Führung, die sonst vom Teamleiter oder dem Chef übernommen wird, wandert nun in das Team. Aber das ist gut, denn so kann das Team gemeinsam Entscheidungen treffen. Das führt dazu, dass Entscheidungsprozesse kürzer werden und somit verkürzt sich auch die Zeitspanne, bis das Produkt beim Kunden landet. Das Team trägt dadurch mehr Verantwortung. Mich beispielsweise motiviert das mir entgegengebrachte Vertrauen, dass ich solche Entscheidungen treffen kann. Im Team können wir autark entscheiden, wie wir uns strukturieren wollen, und das erleichtert die Zusammenarbeit ungemein.

Mein Fazit aus dem Ganzen: Für mich war es die beste Entscheidung, in einem agilen Unternehmen zu starten. Ich habe ein tolles Team, mit dem ich an einer gemeinsamen Vision arbeite. Ich trage mehr Verantwortung und wir werden mit jedem Schritt, den wir gehen, besser. Es ist auf jeden Fall herausfordernd, in einem selbstorganisierten Team zu arbeiten, aber man lernt so viel innerhalb kurzer Zeit. Jeden Tag neugierig neue Herausforderungen anzugehen, mit dem Wissen, dass mich Menschen fachlich und methodisch unterstützen, ist sehr motivierend und belebend. Wir geben ein gutes Beispiel dafür ab, wie die Arbeitswelt revolutioniert werden kann: sich jeden Tag respektvoll und wertschätzend begegnen und die Verantwortung im Team haben. Genau das bedeutet es, wenn wir agil zusammenarbeiten.

Geschrieben von

Franziska Link Franziska Link Als ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Hochschule hat Franziska Link schon vielfach bewiesen, dass sie mit komplexen Sachverhalten umgehen und diese einfach und verständlich darstellen kann. In ihrer Tätigkeit als Consultant setzt sie diese Stärke ein, um Klarheit in die Teams zu bringen und einen Rahmen zu schaffen, der den gegenseitigen Austausch ermöglicht und das Lernen fördert. Franziska Links Credo: Wenn alle am selben Strang ziehen, können auch alle davon profitieren. Diese Einstellung lebt sie nicht nur im beruflichen Leben, sondern auch im privaten. Sie brennt für Themen wie Nachhaltigkeit sowie Shared Economy und ist gerne unterwegs. Der Kontakt mit anderen Kulturkreisen ist für sie eine Inspirationsquelle, um sich neue Fähigkeiten anzueignen.

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