Valentinstag 4.0 – Retrospektive statt Rendezvous

Ausgebuchte Restaurants, ausverkaufte Rosen, Fake-Romantik – ist das nicht langsam langweilig?

Valentinstag ist der Tag der Liebe und Wertschätzung gegenüber den Menschen, die wir lieben und ehren. Doch hoffentlich nicht nur an diesem Tag nehmen wir uns bewusst Zeit für unsere Liebsten, um unsere Liebe mit Taten und Worten zu unterstreichen. Nach diesem Tag sind wir wieder verliebt oder noch verliebter und haben uns die Sicherheit eingeholt, den richtigen Partner an der Seite zu haben.

Wenn ihr aber keine Lust auf einen Mainstream-Valentinstag habt, probiert doch mal den folgenden Tipp aus.

Look back in love

Aus der agilen Methode Scrum können wir uns eine eher unromantische, aber viel effektivere Praktik leihen, um (Liebes)-Beziehungen aufrecht zu halten – die Retrospektive. Ziel von Retrospektiven ist es, sich klar abgegrenzte Zeiträume von maximal 4 Wochen anzusehen und daraus zu lernen: Wie können wir unsere Zusammenarbeit in Zukunft besser gestalten? Die Maßnahmen werden von den Betroffenen selbst erarbeitet und nachgehalten.

Wie kann so eine Retrospektive in einer (Liebes)-Beziehung aussehen?

Vorbereitung

  1. Setzt einen Tag pro Woche fest, an dem ihr eure Beziehung reflektieren möchtet – zum Beispiel jeden Sonntag oder jeden zweiten Freitag. Wichtig ist, dass der Zyklus nicht länger als 4 Wochen dauert. Der Zeitraum vor der Retrospektive nennt sich „Sprint“. Fangt am besten heute am Valentinstag an.
  2. Sammelt innerhalb eures Sprints Themen, die ihr in eurer Retrospektive ansprechen möchtet. Damit sind sowohl positive als auch verbesserungsfähige Punkte gemeint. Wichtig ist, dass ihr nur Ereignisse ansprecht, die wirklich innerhalb des Sprints stattgefunden haben. Holt also nicht die drei Jahre alten Kellerleichen raus.

Die Retrospektive

Geschützter Raum
Stellt sicher, dass ihr ein bis vier Stunden ungestört Zeit für eure Retrospektive habt.

Check-in-Frage
Stellt euch eine Eingangsfrage. Zum Beispiel: „Wie würdest du unsere letzten zwei Wochen auf einer Skala von 1-10 bewerten?“ oder „Wie würde eine Amazon-Rezension der letzten zwei Wochen unserer Beziehung aussehen?“.

Frage 1 – Was ist in den letzten zwei Wochen gut gelaufen?
Gebt euch detailreiches Feedback. Welche Worte, Taten, Dinge, Blicke, Aufmerksamkeiten deines Partners haben dir in den letzten zwei Wochen Freude bereitet? Zum Beispiel: „Mir hat es sehr gefallen, dass du die Kinder abgeholt hast, ohne dass ich dich darum bitten musste“, „Schön, dass du mir mal wieder die Autotür aufgehalten hast, ich habe mich sehr geschmeichelt gefühlt“, „Danke, dass du mich zugedeckt hast, als ich im Wohnzimmer eingeschlafen bin“, „Deine wertschätzenden Worte letzten Sonntag haben mich bestärkt“.

Wichtig ist, dass ihr klare Worte findet und die Events und eure Gefühle im Detail beschreibt: Was hat dieser Moment mit dir gemacht? Nur so versteht dein Partner, welche Auswirkungen seine Taten, Worte etc. tatsächlich hatten.

Frage 2 – Was ist in den letzten 2 Wochen nicht so gut gelaufen?
Auch hier, ähnlich wie in der ersten Frage, liegt die Qualität im Detailgrad der Beschreibung der Events.

Frage 3 – Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um im kommenden Sprint besser zu sein?
Die Maßnahmen beziehen sich auf die Ergebnisse aus der ersten und zweiten Frage. Eine Maßnahme kann sein, noch mehr von den Dingen zu machen, die gut gelaufen sind oder sie zumindest zu stabilisieren (z.B. noch öfter die Autotür aufhalten). Genauso können Maßnahmen erarbeitet werden, um die verbesserungsfähigen Themen aus Frage 2 anzugehen. Stellt euch hier die Frage: „Was müssen wir tun, um diese Situation in Zukunft zu vermeiden?“

Wiederholt diese Praktik regelmäßig. Dann wird jeder Tag zum Valentinstag.

 

Foto: pixabay license, Peggy_Marco

Geschrieben von

Lucy Larbi Lucy Larbi Lucy Larbi geht grundsätzlich davon aus, dass Veränderungen mit Verbesserungen verbunden sind. Sie selbst ist dafür das beste Beispiel: Ihre Studien hat sie in vier Ländern absolviert, anschließend haben sie anspruchsvolle Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit unter anderem nach Äthiopien und Algerien geführt. Wirtschaftliche Verbesserungen sind ihr auch als Gründerin des Deutschland-Zweigs von „Future of Ghana Germany“ ein Anliegen. Mutig immer wieder das Ungewisse zu wagen, ist nur eine der Stärken von Lucy Larbi. Sie ist eine exzellente Kommunikatorin, die sich sowohl in Teams eingliedern als sie auch führen kann. Für das Erreichen gemeinsamer Ziele bringt sie die Fähigkeit mit, komplexe Sachverhalte für alle verständlich darzustellen und sie zeigt vor, dass sich Weitblick und pragmatisches Handeln nicht ausschließen.

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