Geburtstagsbrunch remote – Eine praktische Anleitung

Nicht nur für Geschäftsmeetings muss in Zeiten von Corona eine kreative, in der Regel digitale, Lösung gefunden werden. Auch persönliche Feierlichkeiten fallen den gegenwärtigen Ausgangsbeschränkungen zum Opfer. Damit es bei euch nicht so weit kommt, zeigen wir euch hier, wie auch der Geburtstag ein virtuelles Fest wird – und warum das sogar Vorteile hat!

Wir wollten einer guten Freundin eine Freude machen. Sie war traurig, weil sie ihren baldigen Geburtstag nicht mit ihren Freunden feiern konnte. Wir facilitieren täglich Teammeetings mit Videokonferenzen. Warum sollte das nicht auch im privaten Kontext gut funktionieren? Judith wünschte sich einen Frühstücksbrunch. Das Ganze hätte aber ebenso bei Kerzenschein mit einem guten Glas Wein in der Hand funktioniert. Und der große Vorteil: Es konnten nicht nur Frankfurterinnen und Frankfurter an dem Brunch teilnehmen, sondern auch die Freunde aus anderen Städten.

Das haben wir vorbereitet

Judith hat ihre Freunde über Telegram eingeladen. Am Tag vor dem Event haben wir alle kurz über die Technik, den Ablauf und was sonst noch für unseren Remote-Geburtstagsbrunch benötigt wird, informiert. Wir haben uns für eine Zoom Konferenz entschieden. Es funktioniert genauso gut mit Skype, Facetime, jitsi meet oder Go-To-Meeting.

Der Ablauf sah folgendes vor:

  • Gemeinsames Singen und Anstoßen mit einem Getränk eurer Wahl
  • So funktioniert Video-Geburtstagsbrunch
  • Check-In
  • Zeichen-Challenge
  • Fragen in Kreisarbeit
  • Freies schnacken
  • Check-out und Kunstwerke gemeinsam herzeigen

Neben einem Frühstück (inklusive Getränk zum Anstoßen!) haben wir die Gäste gebeten, ein Blatt Papier und ein paar Stifte für die Zeichen-Challenge parat zu halten.

So haben wir gefeiert

Während sich bei einer Geburtstagfeier in einer Wohnung, einem Restaurant oder einer Bar der Gesprächsfluss wie von selbst organisiert – kleine Grüppchen sprechen und lachen miteinander – müssen wir das bei einem Online-Event etwas mehr strukturieren. Wir nennen das Facilitation, die Kunst, den Prozess einer Gruppe zu begleiten. Unser Ziel für den Geburtstagsbrunch war, nicht die Party zu ersetzen, aber einen angeregten Austausch und eine schöne Erinnerung für Judith zu schaffen.

Um kurz vor 10 Uhr haben wir die Videokonferenz gestartet. Die Teilnehmer trudelten nach und nach ein und so hatten wir Zeit, die ein oder andere technische Hilfestellung zu leisten und die Leckereien der anderen zu bewundern. Zehn Minuten später waren 18 Einzelpersonen und Familien eingewählt und wir haben gemeinsam mit Happy Birthday und Viel Glück und viel Segen eingestimmt. Leichte Verzögerung in der Tonübertragung durch die Videokonferenz haben wir gerne in Kauf genommen: Ein Geburtstagsständchen ist ja meistens kein Meisterchor. Das Anstoßen hingegen hat dem Original in nichts nachgestanden: Ein Hoch auf Judith!

Anschließend ans Singen ist ein guter Zeitpunkt, um ein paar Spielregeln für die nächste Stunde einzubringen. Das Wichtigste ist, die Gäste darauf hinzuweisen, die Mikrofone auf Stumm zu schalten. So appetitlich das Frühstück bei den anderen aussieht, so störend wäre doch, dem geräuschvollen Verzehr beizuwohnen. Für weitere Inspiration schaut euch mal die folgenden Faktoren des Gelingens für Remote-Meetings an:

Als Check-in (hier ein paar Tipps) haben wir die Teilnehmer gebeten, sich selbst kurz vorzustellen, zu erzählen, woher sie Judith kennen und von wo sie sich gerade einwählen. Die Orte reichten von Berlin, über Frankfurt bis hin zur Agave in Portugal. Damit keine Verwirrung auftritt, wer als nächstes dran ist, hat jeder immer an eine konkrete Person weitergegeben.

Anschließend haben wir die Zeichen-Challange kurz erklärt. Die Resultate zeigten wir erst zum Abschluss gemeinsam. Da Judiths neues Hobby sehr gut zur aktuellen Situation passt – sie holt sich die Natur in die Wohnung – wollten wir sie zumindest virtuell unterstützen: Jeder malte eine Topfpflanze!

In der Zwischenzeit ging es mit den Fragen weiter:

“Was wünscht du Judith fürs nächste Jahr und was schätzt du an ihr?”

Reihum erzählten die eingewählten Personen, was sie Judith wünschen und was sie an ihr schätzen. Für die ersten fühlte es sich noch leicht ungewohnt an, aber es ging schnell in einen Flow über und kreierte eine Dusche voller Positivität. Im Hintergrund haben wir die Hauptaussagen auf einem iPad mitvisualisiert. Hier ein Eindruck davon:

Ohne iPad funktioniert das genauso gut mit einem Stift und einem Papier, das ihr dann abfotografiert oder ganz klassisch per Post an das Geburtstagskind schickt.

Nach einer guten Stunde schufen wir einen kleinen gemalten Garten in Judiths Wohnung übers Netz und beendeten den Brunch mit einem Ausblick in die Zukunft:

“Wo sehr ihr euch mit Judith in 20 Jahren?”

Die Frage munterte alle dazu auf, positiv in die Zukunft zu blicken und reichten von gemeinsamen Wandertouren bis hin zur gemeinsamen Kommune. Mit diesen schönen Ideen haben wir den Brunch offiziell beendet und Judith strahlte über das ganze Gesicht.

Probiert es selbst aus

Ihr habt Freunde, die bald Geburtstag haben oder ihr wollt das anstehende Osterfest nicht ohne eure Familie feiern? Probiert es selbst aus! Unser Tipp: Mit zehn Minuten Vorbereitung, ein paar guten Fragen und netten Ideen kann es nur ein voller Erfolg werden und eure Freunde oder Familie werden sich ebenso freuen wie Judith. Viel Spaß dabei!

Geschrieben in Zusammenarbeit mit Katharina Clauss

Foto: Pexels License, Giftpundits.com

Geschrieben von

Carsten-Hendrik Rasche Carsten-Hendrik Rasche Seine ersten Erfahrungen mit userzentrierter Produktentwicklung, mit Scrum und Agile hat Carsten Rasche direkt im Silicon Valley gesammelt. Den Arbeitspsychologen fasziniert natürlich, wie sich die konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kunden auf die interne Organisation eines Unternehmens auswirkt. Im Zuge von Transformationsprojekten liegt seine Expertise im Bereich Organizational Learning & Coaching von Führungsteams. Neben Kundenprojekten hat Carsten die Initiative Scrum4Schools aufgebaut, welche die Anwendung von Scrum in Bildungseinrichtungen unterstützt. Als ausgebildeter Mediator bringt Carsten Rasche die Fähigkeit ein, in angespannten und komplexen Situationen die Ruhe zu bewahren, nüchtern zu analysieren und dadurch größere Klarheit zu schaffen. Wichtig ist ihm dabei, offen und wertschätzend auf Menschen zuzugehen und eine tragfähige Vertrauensbasis zu schaffen.

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