Emotionale Belastung im remote Office vermeiden – Tipps der Scrum Master

Der Scrum Master achtet darauf, dass sein Team auch im Homeoffice produktiv sein kann. Über die technischen, operativen und organisatorischen Herausforderungen sowie die Zusatzbelastung Homeschooling haben wir im Blog schon gesprochen. Wie steht es aber um die emotionale Belastung? Die Scrum Master unserer internen borisgloger Teams kümmern sich gerade jetzt auch um unsere sehr menschlichen Bedürfnisse nach Sicherheit, Zusammenhalt und Purpose.

Bewusste Pausen und Achtsamkeit

Kristina Uhl: Team INScope

Der übliche Meetingmarathon war schon vorher anstrengend. Mit Telefonkonferenzen oder Videokonferenzen wird er das noch mehr. Mein Tipp für mein Team und für euch: Achtet auf euch selbst, nehmt euch Pausen. Geht beispielsweise früher aus Meetings oder gebt Bescheid, dass ihr etwas später dazu kommt bzw. plant nicht Meeting an Meeting.

Wir wollen so effektiv wie möglich arbeiten und dabei fällt die zwischenmenschliche Komponente gerade besonders leicht unter den Tisch, OBWOHL wir durch Videotelefonate und Kinder, die betreut werden müssen, einen viel stärkeren Einblick in das Privatleben aller haben, völlig verrückt, diese gegensätzliche Entwicklung. Mein Tipp: Plant konkrete Timeslots in eurem Team ein, in denen ihr euch ganz informell austauschen und offen darüber sprechen könnt, wie es euch geht (z.B. ein virtuelles Feierabendbier oder virtuelles Teamfrühstück).

Mein ganz persönlicher Tipp: Wir sind gerade vor allem darauf fokussiert, was wir alles nicht dürfen und was wir gerade anders machen würden – wir werden natürlich auch durch die Medien ein Stück weit in diese Richtung beeinflusst – anstatt diese „Entschleunigung“ zu nutzen und das wertzuschätzen, was uns gerade Kraft gibt. Mein Tipp ist ein täglicher oder wöchentlicher Slot von 15 Minuten, in dem wir für uns aufschreiben oder jemanden anderem mitteilen, wofür wir aktuell dankbar sind. (Hier gibt’s mehr zum Dankeschön.)

Produktiv und solidarisch

Faruk Ince: Team Stuttgart

Manche Projekte können plötzlich nicht mehr so durchgeführt werden wie geplant. Ich versuche, Möglichkeiten aufzuzeigen und Räume für neue Ideen zu schaffen, damit einige Teammitglieder dennoch Wege in die Produktivität finden und sich ins Unternehmen einbringen. Wir kümmern uns um Ideen und Themen, die schon länger auf der To-do-Liste stehen und in der Vergangenheit regelmäßig nach hinten priorisiert wurden. Ich nenne es „cleaning up the closet“. Dazu zählt auch bereits Angefangenes, wie Whitepapers.

Wir haben weiterhin unsere Rituale in Form von Meetings, durch die wir an Altbewährtem festhalten. In diesen Meetings entscheiden wir, wie wir remote zusammenarbeiten wollen oder als Team auf das große Ganze einzahlen können. Einige Kolleginnen und Kollegen arbeiten an neuen Produkten wie unsere neuen remote Trainings. Eine Kollegin mit freien Kapazitäten übernimmt zwischenzeitlich Urlaubsvertretungen und springt ein, wo sie gebraucht wird. Und für andere wiederum hat sich nur der regelmäßige Arbeitsort verändert und sie arbeiten ansonsten genauso weiter wie davor. Wir als Team nutzen unsere Gruppenintelligenz, um jedem Einzelnen unter die Arme zu greifen und zu ermöglichen, weiterhin produktiv zu sein.

Platz schaffen für Transparenz und für Normalität

Kathrin Tuchen: Team Digital Incubators

Mein Ansatz als Scrum Master ist, besonders in der aktuellen Situation so viel Transparenz wie möglich zu schaffen, um Klarheit in Themen zu bringen, die verunsichern. Deshalb haben wir donnerstags einen zusätzlichen wöchentlichen Team-Call eingerichtet, in dem wir alle Fragen besprechen, die zwar nicht die operative Arbeit betreffen, die aber jetzt akut aufkommen können.

In unserem Team-Channel in MS Teams informieren wir uns gegenseitig über aktuell wichtige Themen oder Initiativen. Ich bereite zudem die wichtigsten Informationen aus den anderen Unternehmens-Channels für mein Team auf, damit niemandem etwas Wichtiges entgeht.

Ansonsten versuchen wir, so gut es geht, Normalität walten zu lassen. Unseren wöchentlichen Team-Call am Dienstag behalten wir bei. Hier besprechen wir alles, was mit unserer Arbeit zu tun hat, wir fangen Themen ab, die den Einzelnen beschäftigen und arbeiten gemeinsam als Team an unseren Objectives und Key Results. Um auch in remote Zeiten besser als Team verbunden zu bleiben, versuchen wir, uns besonders durch kreative Check-in-Fragen noch besser kennenzulernen. Eine Kollegin hat zum Beispiel letztens die Frage gestellt: “Mit welchen Glaubenssätzen, die dir deine Eltern vermittelt haben, bist du groß geworden?” Dadurch entstehen richtig schöne Gespräche. Dieses Gefühl wollen wir auch in unseren remote Teamtag mitnehmen und werden dafür remote Elemente zum Community Building mit einbauen.

Konstruktive Meetings und Motivation

Franziska Link: Team Frankfurt

Verteilt waren wir als Team schon immer, weil jeder von uns einen großen Teil der Woche beim Kunden verbringt. Aber zumindest einmal in der Woche haben wir uns im Standortbüro zum Weekly getroffen. Wir sind uns natürlich auch sonst öfters im Büro begegnet oder haben nach der Arbeit zusammen etwas unternommen. Das fällt nun alles weg. Seit wir remote arbeiten, haben wir ein Daily eingeführt und besprechen nicht nur, was wir gemacht haben und was wir als nächstes tun werden, sondern auch wie es uns geht. Mein Eindruck ist, dass unsere Meetings jetzt noch konstruktiver sind. Wir haben einen virtuellen Stuhlkreis etabliert, dadurch sind die Meetings strukturierter und kürzer, weil jeder darauf achtet und aufmerksam ist und weil wir eine Routine entwickelt haben.

Wir starten unsere Meetings mit einer motivierenden Check-in-Frage: Was hebt gerade deine Laune? Wenn wir etwas Motivierendes finden, dann teilen wir das miteinander, zum Beispiel einen Yoga-YouTube-Channel, Playlists oder Gewohnheiten, wie laufen gehen, Yoga oder Meditation. Neulich haben wir uns auch zum virtuellen Feierabendbier getroffen. Worauf ich als Scrum Master jetzt noch mehr achte, ist, wie die Stimmung bei den Kolleginnen und Kollegen ist. Ich rufe die Teammitglieder im Laufe der Woche an, um zu besprechen, wie es ihnen geht und biete Unterstützung an. Diesen regelmäßigen Austausch möchte ich für später beibehalten.

Schreibt uns eure Tipps!

Was sind eure Tipps im Umgang mit der neuartigen Situation und den neuen Belastungen? Schreibt uns gerne hier drunter oder auf Social Media in den Kommentaren von euren Erfahrungen.

 

Foto: Unsplash License, Masaaki Komori

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