Pliiing, Gong & TickTack: Timeboxen beenden

Dass Timeboxing toll ist, weil es uns ermöglicht, fokussiert und priorisiert zu schnellen Ergebnissen zu kommen und komplexe Umfelder zu stabilisieren, habe ich schon im Blogbeitrag “Was ist so cool an Timeboxing?” geschrieben. Dieses Mal möchte ich meine beiden Lieblingswerkzeuge vorstellen, die mir beim Timeboxing helfen.

Der Timer

Eines der wichtigsten Hilfsmittel, das ich in meiner Arbeit als Design Thinker kennengelernt habe und nicht mehr missen möchte, ist der Timer mit Zeitscheibe zur Visualisierung der Restzeit. Die Restzeit wird dabei durch eine immer kleiner werdende Farbfläche sichtbar gemacht. Das erzeugt positiven Zeitdruck und hilft, Meetings „in time“ zu einem produktiven Abschluss zu bringen. Der Vorteil gegenüber unsichtbaren Timern (z.B. Countdown auf dem Smartphone) ist, dass die Restzeit die ganze Zeit über im Raum sichtbar ist – nicht als abstraktes Zahlenwerk, sondern einfach und plakativ.
Probieren Sie es in einem Daily aus! Der Nutzen für den ScrumMaster ist groß: Es ist die Zeit, die das Meeting nach 15 Minuten beendet, nicht der „böse“ ScrumMaster, der sein Team zur Eile drängt. Es genügt ein Einwurf wie: „Ihr seht, dass wir nur noch 5 Minuten haben?“ und nach Ablauf der Zeit: „Es tut mir leid, aber unsere Zeit ist rum! Ich hatte das Gefühl, ihr zwei wolltet noch etwas sagen? Können die anderen wieder an die Arbeit gehen und wir besprechen das jetzt gleich noch?“ Schauen Sie dazu auch in den Blogbeitrag über Smart Timeboxing.
Unter Begriffen wie TimeTimer und ZeiTimer finden Sie unterschiedliche Varianten am Markt. Es gibt elektronisch gesteuerte Timer: Diese benötigen eine Batterie und haben ein elektronisches Piepsen, das bei manchen Modellen eine Lautstärkenregelung bietet. Kleinere Varianten sind meist rein mechanisch und haben daher durchgängig ein tickendes Geräusch – das kann in längeren, sehr ruhigen Meetings stören. Der Vorteil dieser Varianten ist, dass sie keine Batterie benötigen, sehr gut in das Handgepäck von uns Consultants passen und oft eine magnetische Rückseite haben, mit der sie einfach an jedem Whiteboard halten.
Laszlo Stein

Klangschale und Gong

Mein zweitliebstes Werkzeug nach dem Timer ist der Gong. Bei meinem elektronischen Timer stelle ich gerne die Lautstärke aus und nutze dafür den Gong. Bereits 1-2 Minuten vor Ende der Timebox schlage ich ihn ganz sanft, so dass ein kaum hörbarerer Ton meine Kollegen auf das Ende dieser Phase vorbereitet. Am Ende dann kommt dann ein lauter Schlag.
Es dauert maximal einen halben Tag (5-8 Einsätze des Gongs), bis Menschen auf dieses Signal trainiert sind und Sie damit die Aufmerksamkeit einfach und ohne ein lautes Wort steuern können. Große Gongs und Klangschalen haben eindeutig die schöneren, tieferen Töne. Damit sind auch leise Schläge möglich. Ich persönlich bevorzuge Gongs mit gebogenem Rand, die flachen Gongs (Windgongs) scheppern mir bei den lauten Tönen zu sehr. Aber wie die großen Timer sind sie für des Consultants Handgepäck nicht geeignet. Ich habe deshalb eine sehr kleine Klangschale angeschafft – daher das „pling“! Denn je kleiner die Klangerzeuger, desto höher der Ton. Sanfte leise Töne sind damit nicht möglich, das hohe „pling“ ist sehr durchdringend. Auch Zimbeln können den selben Zweck erfüllen.
Mein Tipp: Gehen Sie in ein Musikgeschäft (oder auch einen Esoterik-Laden, neben Räucherstäbchen und Traumfängern gibt es dort auch oft Klangschalen) und probieren Sie Ihr zukünftiges Hilfsmittel unbedingt aus. Sie werden erstaunt sein, welche Vielfalt sich beim Vergleich der Instrumente auftut und Sie werden irgendwann den Ton hören, den Sie  gerne mitnehmen möchten.
Die Kraft dieser beiden Werkzeuge liegt in der regelmäßigen Benutzung. Sorgen Sie dafür, dass der Einsatz so schnell wie möglich „normal“ wird und Sie werden ein sehr viel leichteres Leben als ScrumMaster haben.
Pliiing…

Teamcooking – ein funktionaler Event zur Teamentwicklung

Teamarbeit und kochen haben eine Gemeinsamkeit: Beide sind in der öffentlichen Wahrnehmung hoch aktuell. Ein agiles Modell wie Scrum stellt selbstorganisierte Teamarbeit ins Zentrum und die TV-Sender liefern täglich eine bunte Vielzahl von Kochshows ab. Da liegt es nahe, über den Einsatz von Kochevents in der Teamentwicklung nachzudenken. Und tatsächlich bietet gemeinsames Kochen im Team beste Möglichkeiten, Teamentwicklungsprozesse und kreativ-kulinarisches Erleben zu verknüpfen.
Für ein Teamcooking bieten sich verschiedene Optionen in der Umsetzung an:

  1. Der Einsatz professioneller Event-Veranstalter, die alle Vorarbeiten und den Ablauf gestalten und den Schwerpunkt auf den Kochprozess setzen. (Profikoch, Profi-Location, bei Bedarf Hilfskräfte und einen Moderator zur Auswertung, wenn gewünscht.)
  2. Einsatz eines koch- und teamentwicklungserfahrenen Moderators (z.B. ScrumMaster).
    1. Vorbereitung, Durchführung und Auswertung durch den Moderator (Menü erstellen, einkaufen, Location, Ablaufplanung). Das Team konzentriert sich auf den Kochprozess.
    2. Einsatz eines Moderators (z.B. ScrumMaster), der ein hohes Maß an Selbstorganisation durch das Team steuert und von Anfang an eher als Prozessbegleiter fungiert.
  3. Denkbar sind auch Mischformen aus allen drei Varianten.

Als Teamentwickler habe ich alle Varianten mehrfach moderiert und bevorzuge je nach Ausgangslage Variante 2a oder eine Mischform aus 2a und 2b.
Zielsetzungen im Teamcooking


Kriterien für einen erfolgreichen Ablauf von Teamcooking-Maßnahmen

Hinweise zur Auswertung von Teamcooking-Prozessen
Teamcooking ist als ein ausgesprochen ressourcenorientiertes Modell der Teamentwicklung zu verstehen, d.h. der Blick liegt nicht auf Defiziten, sondern auf Stärken. Die Auswertung sollte daher niemals den Spaß verderben und die Leistung, die das Team erbracht hat, grundsätzlich in Frage stellen und abwerten.
Kritische Situationen, die sich durchaus ergeben können (aber eher selten sind, wenn: siehe Kriterien) sind im Sinne von Entwicklungsmöglichkeiten ressourcenorientiert aufzugreifen und zu steuern. Es bieten sich unterschiedlichste Methoden und Techniken zu Auswertung an, z.B. Gruppendiskussionen, Kleingruppenreflexion mit Austausch, Einzelarbeit mit Moderationskarten und anschließender Präsentation und Reflexion, Malen der Erfahrungen usw. Vereinbarungen und Maßnahmen für einen Praxistransfer sind empfehlenswert
Zusammenfassung
Teamcooking bietet eine echte Chance, funktionale Teamentwicklung und Kreativität, Lebendigkeit und Spaß optimal zu verbinden. Es bietet sich für Teams im Anfangsstadium (Teambuilding) an, aber auch für erfahrene Teams, die sich in einer nicht alltäglichen Situation erleben wollen. Teamcooking bietet viele kreative Variationsmöglichkeiten, z.B. als Grill-Event, in Verbindung mit Rollenspielen (Rittermahl), als Wettbewerb usw. Ein Beispiel aus meiner Teamentwicklungspraxis zeigt ein Menü für ein Führungsteam mit 14 Personen, die sehr wenig Kocherfahrung mitgebracht hatten. Das Menü und die Zutatenliste wurden von mir als Moderator erstellt. Suche nach der Location, Einkauf, Zusammenstellung der Kochteams für die 5 Gänge lagen in der Selbstorganisation des Teams.

Teamcooking-Menü für 14 Personen

Einkaufsliste

Amuse Geule
Lachsröllchen mit Wasabi-Frischkäsefüllung Zutaten:

  • 3 Packungen milder Räucherlachs à 150g 
  • 3 Teelöffel Wasabi Creme 
  • 2 Becher Frischkäse (Philadelphia o.ä.) à 200 g 
  • Salz, Pfeffer

  • Lachsscheiben knapp übereinanderlegen, sodass 3 Rouladen entstehen. 
  • Wasabi-Creme mit Frischkäse gut verrühren, mit Salz/Pfeffer abschmecken und auf die Lachsflächen streichen.
  • Lachs nun vorsichtig, aber fest aufrollen und in Klarsichtfolie verpacken, kurz in den Kühlschrank legen. 
  • Zum Servieren Lachsrollen auswickeln und in gleichmäßige Scheiben schneiden. Zu Toastbrot-Dreiecken servieren.

 

Vorspeise
Kürbissuppe mit Kokosmilch Zutaten:

  • 1,5 kg Muskatkürbis ungeputzt (evtl. Hokkaido) 
  • 2 l Hühnerbrühe (Instant) 
  • 800 ml süße Sahne
  • 100 g eiskalte Butter 
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 1 EL mildes Currypulver 
  • Ein Bund Petersilie (wenn möglich Koriander) 
  • Eine Dose Kokosmilch (400 ml) ungesüßt
  • Kürbis putzen und in Würfel schneiden. 
  • Hühnerbrühe zubereiten und in einen Topf geben, aufkochen lassen. 
  • Kürbis dazugeben und bei mittlerer Hitze weichkochen (ca. 15 min). 
  • Suppe pürieren und Sahne zugießen, aufkochen lassen. 
  • Die heiße Suppe nun mit der eiskalten Butter stückchenweise aufkochen und mit Salz, Pfeffer, Zucker und Curry abschmecken. 
  • Kleingeschnittene Petersilie (oder Koriander) zugeben. 
  • Je Teller 2-3 Esslöffel Kokosmilch vorsichtig darüberträufeln (wenn Zeit und Material vorhanden, evtl. Zimtcroutons dazugeben).
Hauptgang
Hähnchenbrüste mit Fetakruste Zutaten:

  • 3 kg aromatische große Tomaten 
  • Salz, Pfeffer
  • 4 TL getrockneter Oregano 
  • Olivenöl 
  • Pro Person eine Hähnchenbrust ohne Haut und Knochen 
  • 400g Schafskäse (Feta) 
  • 6 Schalottenzwiebeln, 2 Bund Basilikum 
  • 1 Glas schwarze Oliven entsteint zur Deko, Ciabattabrot o.ä.
  • Backofen auf 200 Grad vorheizen. 
  • Tomaten in kochendes Wasser tauchen, abschrecken, häuten, halbieren, entkernen und grob würfeln. 
  • Tomaten in einer großen feuerfesten Form verteilen. 
  • Salzen, pfeffern, mit 8 Esslöffel Olivenöl beträufeln. 
  • Im heißen Backofen, mittlere Schiene, unter dem Grill 15 Minuten garen. 
  • Hähnchenfleisch waschen, trocknen, salzen und pfeffern. 
  • In heißem Olivenöl von jeder Seite 4 Minuten braten. 
  • Schafkäse reiben und mit Oregano und klein gehackten Schalotten mischen.
  • Hähnchenbrüste nun auf die Tomaten legen, Fetamischung darauf verteilen und ca. 5 Min übergrillen, bis der Feta leicht geschmolzen ist.
  • Zum Servieren mit gehacktem Basilikum bestreuen. Einige Oliven dazugeben und mit Ciabattabrot reichen.
Dessert
Weißer Schoko-Himbeer-Schaum Zutaten:

  • 400g weiße Schokolade 
  • 800 g süße Sahne 
  • 750g Himbeeren (kann auch Tiefkühlobst sein) 
  • 8 EL Himbeergeist 
  • 4 EL Puderzucker
  • Schoko in kleine Teile zerbröckeln. 
  • Sahne in einem Topf erhitzen. 
  • Schoko zufügen und bei milder Hitze schmelzen lassen. 
  • Sahnemischung 1 Stunde kalt stehen lassen. 
  • Himbeeren abbrausen, abtropfen und mit Himbeergeist und Puderzucker mischen.
  • Sahne-Schokomischung mit dem Handrührer zu einer schaumigen Creme aufschlagen.
  • Die Himbeeren auf die Dessertgläser aufteilen und servieren.

TIPP: Noch mehr Ideen für besseres Teamwork gibt es bei den Scrum Supplements mit Dieter Rösner.

Tut Feedback eigentlich weh?

Nein, so meine klare Antwort. Vielmehr brauchen wir es händeringend, um voranzukommen. Natürlich bedarf es einiger Rahmenbedingungen, damit Feedback auch das bewirken kann, wozu es imstande ist – nicht nur auf der “Nehmerseite”.
Ein Fallbeispiel:
Ein wirklich guter Topmanager neigt dazu, in seinen Meetings viel zu schnell zu sprechen und seinen Redefluß ca. 15 mal pro Minute mit einem „ähm“ zu unterbrechen. Ich habe es mehrmals gezählt und gestoppt. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Zuhörer wichtige Informationen im Laufe eines längeren Vortrages verpassen, weil sie akustisch irgendwann nicht mehr folgen können. Ich selbst habe mich des öfteren dabei erwischt, dass meine Gedanken bei seinen Vorträgen abschweifen.
Was tut man nun mit so einer Erkenntnis, die durchaus unangenehm sein kann, wenn sie falsch rübergebracht wird. Klar ist, dass insbesondere der Feedbackgeber aus seiner Komfortzone heraus muss, um seinem Gegenüber einen Gefallen zu tun. Mit dieser Sicht fällt es schon mal etwas leichter. Wenn wir Feedback also als Zeichen absoluter Wertschätzung betrachten, so hilft es uns auch, selbst das unangenehmste Feedback zu überbringen (Körpergeruch, Hosenstall offen…). Wertschätzung deshalb, weil es unserem Gegenüber hilft, sich zu verbessern. Würde ich ihn nicht wertschätzen, würde ich das Feedback für mich behalten. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass das Thema Feedback immer magerer ausfällt, je höher ein Mitarbeiter gestellt ist. Aber auch der Topmanager ist ein Mensch und hat konstruktives Feedback verdient, erst recht dann, wenn er einen Berater dafür bezahlt.
Im genannten Fallbeispiel habe ich mein Feedback genau so eingeleitet: Dass ich Feedback als Zeichen meiner Wertschätzung empfinde. Und es wurde mir mit den Worten gedankt: “Danke, das ist mir noch nie aufgefallen und es hat mir noch keiner gesagt.” Ich sehe das als Bestätigung, dass sich bisher nur keiner getraut hat.
Wenn wir zusammengefasst das Thema Feedback als Wertschätzung betrachten und folgende Rahmenbedingungen beachten, so wird es leichter fallen und auf dankbare Ohren stoßen:

Abschließend möchte ich euch raten, mal selbst zu hinterfragen:

Dies sollte euch helfen, offener, konstruktiver und positiv mit Feedback umzugehen.

Stand up – it might be worth it!

Für ein Konzert von Bodo Wartke hatte ich Karten geschenkt bekommen. Da er leider am Wochenende nicht in Berlin auftritt, fuhren wir nach Luckenwalde, um ihn zu sehen. Zu unserer Verwunderung war der Saal, der rund 700 Plätze hatte und beim Reingehen den Charme einer Turnhalle verströmte, ausverkauft. Zwar waren wir nicht die einzigen Berliner, die die einstündige Fahrt auf sich genommen hatten, es waren aber auch viele im Publikum, die man nicht unbedingt dort vermutet hätte. Eine ältere Dame vor mir genoss sogar während der Vorstellung ihren „Kurzen“, den sie wohl noch von der organisierten Busfahrt zum Konzert übrig behalten hatte.
Nichtsdestotrotz war die Stimmung toll. Das Publikum spiegelte zu jedem Moment die vom Künstler erzeugte Stimmung wider und ließ sich auf jede Frage, Mitmachaufforderung bzw. Interaktion mit Bodo Wartke ein. Nach seiner – ich glaube – dritten Zugabe, bei der er sich bei seiner Crew und beim Publikum bedankte, weil er auch diese noch spiele durfte, fasste ich kurzerhand einen Entschluss.
Ich war mir ziemlich sicher, dass es die letzte Zugabe sein würde und mir hatte der Abend sehr gut gefallen. Warum also nicht aufstehen und dem Künstler die Freude einer Standing Ovation bereiten? Klar, die Gefahr, dass ich alleine stehen würde, war natürlich vorhanden. Aber das war mir egal. Schließlich „stand“ ich ja zu meinem Aufstehen. Ich fand es klasse, was er gemacht hatte und wollte es ihm zeigen. Als er sich zum letzten Mal verbeugte, stand ich also schwungvoll und klatschend auf!
Es dauerte eine laaaaaange Sekunde bis mir jemand folgte. Ich konnte es sehen, weil es eine Person schräg hinter mir war. Und dann noch jemand, direkt neben mir. Und dann spürte ich, wie ein Movement durch den Raum ging. Hunderte von Personen standen gleichzeitig auf. Eine Wahnsinnsenergie und Dynamik. Ein tolles Gefühl irgendwie und auch ein bisschen unbeschreiblich.
Während er sich tief und lange verbeugte, machte seine Crew das Licht im Saal an. Als er wieder hochblickte, sah er den kompletten Saal stehen. Und man sah in seinen Augen die Freude, aber auch die Verwunderung! Unter Standing Ovations und von einem Ohr zum anderen grinsend verließ er, selber klatschend, rückwärts den Saal.
Mein Freund drehte sich zu mir und sagte: “Wow, you created a Movement! Und außerdem sind jetzt alle viel schneller draußen, weil sie ja schon stehen!”
Wie gesagt, natürlich wusste ich nicht, ob es funktionieren und somit den gewünschten Effekt haben würde. Aber ich bin aufgestanden, weil ich überzeugt war, dass es einen Unterschied macht. Egal, ob mir jemand folgt oder nicht.
Steht auf! Macht einen Unterschied – wenn auch nur für euch. Most likely wird jemand folgen!

Teamgeist beim Münchner Staffelmarathon oder was gute Zielsetzungen bewirken können

Für mich begann alles im Mai, als ich eingeladen wurde, an der Winquadrat Zukunftskonferenz des Uni Management Clubs in Österreich teilzunehmen. Ich saß in der 5. Reihe im wunderschönen Haydnsaal des Schlosses Esterházy und hörte dem Extremsportler Gerhard Gulewicz bei seinem Visionärstalk „Erfolgsstrategien im Sport und der Wirtschaft“ zu, wie er von der Wichtigkeit von Zielsetzungen erzählte. Wie so oft im Leben, hat bei ihm alles mit einer Wette angefangen. Doch wie eher selten im Leben, hat er sich mithilfe seiner unwahrscheinlich starken persönlichen Motivation und sehr klaren Zielsetzungen bis auf das Podium beim Race Across America hochtrainiert.
Seine Präsentation hieß nicht umsonst Visionärstalk. Noch während er auf der Bühne stand, war ich motiviert, meinen Körper mal wieder richtig zu fordern und auf ein hoch gestecktes, aber doch erreichbares Ziel hinzuarbeiten. Diese Gedanken schwirrten noch in meinem Kopf als ich ein paar Wochen später beschloss, mich gemeinsam mit einigen Kollegen des bor!sgloger Teams für eine unserer zwei Staffeln beim Marathon in München anzumelden.
Heute frage ich mich zurecht, wie wir es eigentlich geschafft haben, an diesem traumhaft schönen Herbstsonntag nach 04:03 Stunden tatsächlich gemeinsam ins Ziel einzulaufen?! Es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass wir verdammt hart und viel arbeiten. Wir reisen quer durch Europa, verbringen eine Menge unserer Abende bzw. Morgen im Taxi, Flugzeug, Bus, Zug oder Auto und richtig gesundes Essen sehen wir auch nur am Wochenende, wenn wir uns dazu aufrappeln können, aus den Inhalten unserer leeren Kühlschränke ein halbwegs vernünftiges Gericht zu kochen.
Ich denke jedoch, dass ich meine Frage selbst beantworten kann. Einerseits durch die klare Zielsetzung à la Gerhard Gulewicz, denn die war wirklich SMART:

Ja, unsere Zielsetzungen waren klar. Doch andererseits hat auch die gegenseitige Motivation, die man nur als Team fördern kann, dazu beigetragen, diese Zielsetzung zu erreichen. An dieser Stelle möchte ich mich retrospektiv bei meinem Team bedanken! Ohne die monatelange Motivation (gemeinsames Joggen in den Abendstunden, gegenseitiger Ansporn zum frühen Aufstehen) bis hin zur letzten Sekunde (danke an meinen Kollegen Karl für die lustigen Anekdoten aus deinem Leben, die du mir erzählt hast, um mich während der letzten Kilometer bei Laune zu halten), hätte ich meinen Körper wohl kaum dazu mobilisieren können, diese Leistung zu erbringen. Mein schönster Moment war, als ich ca. 500 Meter vor dem Ziel mit heraushängender Zunge meine restlichen Teammitglieder vom Straßenrand auf mich zulaufen sah. Das hat einerseits dazu geführt, dass wir alle noch einmal einen Zahn zugelegt haben, andererseits, dass wir geschlossen als Team über die Ziellinie gelaufen sind. Danke dafür 🙂
Der Staffelmarathon hat mich gelehrt, noch mehr an die Kraft der SMARTen Zielsetzung und des Teamgeistes zu glauben. Sowohl beruflich als auch privat. Nur so kann man sich wirklich kontinuierlich verbessern. Was heißt das jetzt für alle Scrummler da draußen? Ich denke schon, dass man das ganz einfach in die Agile Welt übertragen kann. Z.B. lieber ScrumMaster: Wie genau lautet dein Ziel, das du mit der Lösung eines Impediments erreichen möchtest? Lieber Product Owner, bitte achte darauf, dass du ganz klar definierte Sprintziele kommunizierst und SMARTe User Stories schreibst. Liebes Dev.Team, achtet darauf, dass ihr gemeinsam die User Stories abarbeitet. Nur mit einem gemeinsamen Ziel könnt ihr auch wirklich aus der vollen Motivationsquelle schöpfen!

Nachsatz: Da wir in unserer Profession täglich von der kontinuierlichen Verbesserung sprechen, konnten wir uns jetzt natürlich nicht einfach auf die Schultern klopfen und wieder getrennte Wege gehen. Nein. Nachdem wir ersteres getan hatten, haben wir uns mittlerweile zum größten Staffelmarathon der Welt in Wien für Frühjahr 2014 angemeldet. Und dieses Mal werden wir definitiv unter der 4-Stunden-Grenze liegen!

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First, let's fire all agile coaches

Eine spannende Debatte ist ausgebrochen: Was bringen agile Coaches? Auf Think Different argumentiert Bob Marshall gegen den Einsatz agiler Berater: Zum einen, schreibt er, versprechen sie das Blaue vom Himmel und machen damit Unternehmen falsche Hoffnungen. Zum anderen führen sie zu lokalen Optimierungen innerhalb des Unternehmens, indem bestimmte Gruppen (meist Scrum-Teams) erhöhte Ressourcen und Aufmerksamkeit bekommen.
Bob Marshall wirft damit die Frage nach dem Selbstvertändnis von agilen Coaches und ScrumMastern auf. Sind wir dazu da, agile Luftschlösser zu bauen und die Rosinen für unsere Scrum-Teams herauszupicken? Dass diese Wahrnehmung entstehen kann – und auch häufig ensteht – sei geschenkt. Das ist ja auch einer der Gründe, warum Scrum-Implementationen scheitern: Die Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird zu groß: Unternehmen fangen an zu glauben, Scrum sei für andere genau das Richtige, nicht aber für sie selbst.
Ich durfte als ScrumMaster und Coach einige Projekte über längere Zeit begleiten. Die Erwartungen, die dabei an meine Rolle herangetragen wurden, waren nie gleich. In manchen Projekten wurde vom ersten Tag an erwartet, dass ich Verantwortung für den Projekterfolg übernehme. In anderen sollte ich bereits bestehende Rollen und Verantwortungen in ihrer Arbeit unterstützen oder bestehende Prozesse optimieren.
Mein Selbstverständnis als Berater kann ich bei der ersten Art von Projekten (volle Verantwortung vom ersten Tag an) leichter ausüben. Denn ich kann mit Scrum von innen heraus arbeiten. Es geht dann in erster Linie um das Meistern von alltäglichen Herausforderungen und nur in zweiter Linie um Scrum. Anders gesagt: Ich kann dann einen bestehenden Prozess mitgestalten und im Zuge dessen an seiner Agilisierung arbeiten.
Und da ist er auch schon, der springende Punkt: Wenn der Beraterjob sich darauf begrenzen soll, Ratschläge, Empfehlungen und Anstöße zu erteilen, dann sind agile Coaches meist schlecht investiertes Geld. Lernen geschieht nur durch Vormachen. Ein guter Berater ist dazu da, vorzutanzen – und das heißt, die Arbeit so lange selber zu machen, wie es eben nötig ist. Ein einfaches Beispiel: Das Scrum-Team soll User Stories schreiben, weil das in Scrum eben so ist. Nun kann man dem Product Owner von Mike Cohn und den drei Fragen der User Story erzählen. Ein fleißiger Product Owner wird dann etwas daraus basteln und im nächsten Sprint Planning mit einem Stapel lustiger Sätze aufwarten.
Wir können aber auch ganz anders vorgehen: Warum nicht im Sprint Planning die klassischen Anforderungen durchgehen und dort, im Gespräch mit dem Team, eben diese drei Fragen stellen? Dann werden User Stories aus der Arbeit heraus, im Kontext ihrer Verwendung, entstehen. Die Puristen unter uns werden einwenden, dass Stories im Planning ja gar nicht geschrieben werden dürfen (Story Readiness!). Aber wie soll ein Scrum-Team darauf kommen, wenn es noch nie ein Backlog Grooming hatte? Auch hier ist es wichtig, die Besserwisserei im Schrank zu lassen und stattdessen dem Team ganz konkret aufzuzeigen, welches seiner Probleme ein solches Meeting lösen kann.
Dieser Umgang mit Scrum ist deflationär, denn er hält sich nicht mit großen Einführungen und Glaubenssätzen auf, sondern orientiert sich strikt am Bedarf der Personen und Gruppen im Unternehmen (und das nicht nur für die Scrum-Teams).
Wir Berater erzählen gerne von Scrum, weil wir uns damit am besten auskennen. Stattdessen sollten wir uns viel mehr mit dem auseinandersetzen, was nicht im Lehrbuch steht. Wir müssen besser verstehen, wie Unternehmen ticken, was ihre Produkte ausmacht, wo ihre Probleme sind, und was sie jetzt gerade brauchen. Nur dann haben wir eine Chance, Scrum als Rahmenwerk aufzuspannen, das im Unternehmen verankert ist. Ansonsten wird unsere Arbeit als Berater und/oder SMs sich auf das Verteilen von agilen Sahnehäubchen beschränken.

Kommunikation ist nichts für Feiglinge

Was ist nur los mit den Menschen? Was hält uns davon ab, eine Person, an der uns etwas stört, darüber in Kenntnis zu setzen und mit ihr einen Weg zu finden, wie eine bessere, achtsamere Kommunikation gemeinsam erreicht werden kann? Stattdessen geht man zu einer anderen, vollkommen unbeteiligten zweiten Person und fängt an, dort seinen Ärger abzuladen und nach Bestätigung für seinen Standpunkt zu suchen. Man erzählt, beschwert sich, philosophiert, suhlt sich in den Fehler des Anderen und der Hybris der eigenen Unfehlbarkeit.
Was sind die Gründe dafür, einer direkten Konfrontation und damit der Aussicht auf eine Aussprache aus dem Weg zu gehen? Was erwarten wir uns von dieser anderen Person und wieso können wir unserem Unmut dort offensichtlich erfolgreich Luft machen? Wie kommt es, dass sich diese destruktive Kommunikationskultur gegen offenes Feedback und gemeinsamen Austausch durchsetzen kann?
Angst, Faulheit oder doch Unwissen?
Ist es die Angst vor einem Streit, der durch die „Wahrheit“ entbrennt und die Situation nur noch schlimmer machen würde? Ist es die Faulheit, Energie in eine konstruktive und gewinnbringende Diskussion zu investieren, die kräftezehrend werden kann und hinter der die Gefahr lauert, für den hohen „Preis“ eines Kompromisses von seiner eigenen Meinung abweichen zu müssen? Oder ist es einfach Unwissen, welche schädlichen, vernichtenden Neben- und Rückwirkungen ein Unterlassen dieser direkten Kommunikation haben kann? Wahrscheinlich ist es von allem etwas. Nein, ich gehe davon aus, dass es so ist.
Es bleibt die Frage nach dem Warum. Ganz gleich, aus welchem Grund man sich gegen eine direkte und klärende Auseinandersetzung entscheidet: Die Motivation es zu unterlassen, entsteht dadurch, dass man als Ergebnis ausschließlich den Verlust und damit Schmerz (threat) vermutet: Was kann schiefgehen? Was habe ich zu verlieren? Welche Reaktionen habe ich zu befürchten und was folgt danach? Die Möglichkeit, durch Offenheit, Direktheit und Mut einen Gewinn einzustreichen, der zu einem Mehr an Vertrauen und Verbundenheit beiträgt, wird mehr als selten in Erwägung gezogen. Lieber bildet man sich seine exklusive Meinung voller fadenscheiniger, haltloser Interpretationen und schafft sich ein verklärtes Bild seiner subjektiven Wahrheit, das zumindest hilfreich genug ist, ausreichend Argumente zu sammeln, die dem Mut und der Aufrichtigkeit einen wirkungsvollen Riegel vorschieben.
An dieser Stelle würde unter normalen Umständen eine Liste der drei bis fünf besten Techniken folgen, die euch dabei unterstützen sollen, ein aufrichtiger, mutiger Kommunikationspartner zu werden. Ich habe mich gegen die Norm entschieden. Ich möchte einen anderen Weg beschreiten, einen unkonventionellen. Den eigentlich normalen.
Ist euch klar, was ihr tut oder vielmehr unterlasst? Einen Menschen zu schützen, indem man ihm die Wahrheit aus erster Hand ersparen möchte, bedeutet, diesen Menschen zu entmündigen. Man traut es ihm nicht zu. Man stellt sich über ihn, entscheidet für ihn und gibt ihm ohne sein Wissen zu verstehen, dass er es nicht wert ist. Man richtet offensichtlich Schaden an.
Ich frage noch mal. Ist euch das klar? Auf einer Skala von 1 bis zehn, die nach eurem Mut fragt (1 = feige, 10 = mutig), wie viel Mut habt ihr, wenn es darauf ankommt? Findet ihr euch in meinen Zeilen wieder?
Meine Fragen richte ich an niemanden im Speziellen. Ich frage dich. Ich frage jeden, der durch seinen Mut, Kommunikation schon heute hochleben lassen kann und sich damit gegen die Sorte Mensch erhebt, die sich selber für zu wichtig nehmen und unberührt bleiben von dem, was ich mit meinen Zeilen versuche zum Ausdruck zu bringen. Es ist keine Anklage. Es ist kein Vorwurf. Es ist ein Hilferuf.
Was möchtest du sein? Held oder Feigling? Was bist du? Es ist ein bisschen, wie der Besuch beim Zahnarzt. Die Ungewissheit vor dem Besuch ist immens groß und lähmt bis zur Handlungsunfähigkeit. Fluchtgedanken und Panikattacken sind an der Tagesordnung. Nach der überstandenen “Tortur”, die zu unserem großen Erstaunen harmlos und unspektakulär verlief, fragt man sich, wovor man eigentlich Angst hatte. Es war nicht halb so schlimm, wie gedacht! Zurück bleiben Gefühle der Leichtigkeit und des Glücks. Man hat überlebt.
Im 21. Jahrhundert sind Helden selten geworden. Du kannst einer sein. Schon heute.

Die KITA-Bewohner spielen wieder!

Sieben frisch aufgesetzte Scrum-Teams arbeiten derzeit eine klassische Releasebeauftragung eines halben Jahres ab. Mitten im Release ging der Überblick darüber verloren, was tatsächlich schon ausgeliefert worden war, was bereits fertig entwickelt war und auf den Releasewechsel wartete und was noch zu tun war. Jedes Team für sich konnte dazu zwar Auskunft geben, aber die Zuordnung zum Company Backlog war mehr als schwierig aus den elektronischen Tools, aber auch vom Releaseboard abzulesen.
Dort sah man zwar ca. 100 Stories und Epics, allerdings konnte man nicht erkennen, was zu welchem Item aus dem Company Backlog beitrug bzw. ob es überhaupt im Company Backlog auftauchte. Die klassische Beschriftung mit Zahlen brachte uns leider auch kein Stück weiter. Also gingen wir auf Textmarker-Jagd, um möglichst viele unterschiedliche Farben zu ergattern. Als wir mit dem ersten Product Owner anfingen, die Stories aus seinem Backlog den unterschiedlichen Company Backlog Items zuzuordnen, gingen uns aber zu schnell die Farben aus. Was in der Theorie so schön aussieht, war bei uns im aktuellen Release absolute Theorie und hatte nichts mit dem tatsächlichen Releaseboard zu tun.
Nach kurzer Ratlosigkeit kam ein ScrumMaster auf die Idee, nicht nur Farben, sondern zusätzlich Symbole einzuführen. Ich gebe zu, ein Workaround! Wir sind einfach noch nicht bei thematischen Releases.
Aber immerhin half uns dieses Vorgehen zu identifizieren, was im Company Backlog alles fehlte und bei welchem der hoch priorisierten Epics im Backlog die Arbeit noch nicht mal gestartet worden war. Außerdem hatte es den schönen Nebeneffekt, dass sich die POs selbst Symbole und Farben aussuchen durften, mit denen sie ihre Stories kennzeichneten. Ich freue mich schon, wenn wir im Grooming demnächst über das Sonnenepic sprechen 😉
Da die Visualisierung initial einiges an Zeit beanspruchte, bekamen wir von den Büro-Bewohnern in unmittelbarer Umgebung des Releaseplans bei jeder Gelegenheit zu hören: “Ach, die KITA-Bewohner spielen wieder.” Für mich war es toll zu sehen, wie das Arbeiten an den Wänden, auf dem Boden und im Stehen zu sehr viel Interaktion und Aktion führte. Stifte wurden hin und her geworfen, über blöd gemalte Symbole gelacht, sich gegenseitig beim schnellen Ausmalen geholfen…
Meine Hypothese, warum es funktioniert hat? Weil es einfach war und jeder sofort mitmachen konnte!
Und trotzdem: Wir haben zwar jetzt eine Zuordnung der “User Stories” und Aufgaben zu einer übergeordneten Liste. Ein Company Backlog ist das allerdings noch nicht. Ein rhythmisches Liefern erst recht nicht! Es hat aber deutlich gemacht, dass wir etwas ändern müssen, wenn wir anfangen wollen, gemeinsam zu liefern!

Erfolgreiche Scrum-Teams ziehen an einem Strang

Du bist auf der Suche nach einem Aperitif für deine Retrospektive? Du möchtest das komplette Team ins Tun bringen und zum Teamerfolg beitragen lassen? Du willst zeigen, dass Selbstorganisation Führung braucht und zwar eine ganz bestimmte Art und Weise von Führung? Du suchst nach einer Gelegenheit, dein Team an einem Strang ziehen zu lassen und gleichzeitig Spaß zu haben?
Dann probier mit deinem Team das „Communication Race“ aus. Um loszulegen brauchst du:
Zutaten
Schnur (je Spieler ca. 1 Meter), Quadrat aus Pappe (zugeschnitten auf 20×20 cm), zwei unterschiedlich farbige Filzstifte mit dünner Stiftspitze, 1 Flipchartbogen, ein schwarzer Neuland-Flipchart-Marker, Tisch
Teilnehmer
mindestens vier bis maximal 10 pro Team (bei mehr Spielern Teams teilen)
Zeit
45 Minuten (inklusive Debriefing)
Vorbereitungen für das Spiel
Zuschneiden eines Quadrates aus Pappe (20×20 cm), Filzstift mittig durch die Pappe stoßen und mit Tesafilm von beiden Seiten fixieren. Jedes Teammitglied hat sein Seil in der Pappe fixiert, der Parcours ist auf den Flipchart-Bogen aufgemalt.
Ablauf
Jeder Spieler nimmt sich ein Seilende. Der Stift wird am Startpunkt angesetzt. Das Team versucht nun, den vorgegebenen Weg zu überwinden und die Stiftelinie ans Ziel zu führen. Dieses ist erreicht, wenn eine ununterbrochene Linie vom Start zum Ziel gezogen wurde, die an keiner Stelle über die durch den Parcours vorgegebenen Linien hinausgegangen ist. Kommunikation unter den Teammitgliedern ist erlaubt. Es darf immer nur eine Hand das Seil berühren und nur am Seilende. Es gibt kein zeitliches Limit. Übermalt das Team auf seinem Weg die vorgegebene Strecke, muss es sich zum Ausgangspunkt (Start) zurückbegeben. Alle Teammitglieder müssen in jedem Moment des Spiels eine Hand am jeweiligen Seilende haben.
Mehr zum Communication Race findet ihr unter:  http://tastycupcakes.org/2013/04/communication-race/
Tipps
Ihr könnt bei längeren Strecken Zwischenziele benennen, damit ihr nicht immer wieder zum Anfang zurück müsst. Bereitet das Spielmaterial (Stift, Seil in der Pappe) vor. Der Parcours sollte ebenfalls bereits gemalt sein. Ist das Team sicherer, kann es sich auch später seinen eigenen Weg malen und Schwierigkeiten einbauen.
Varianten
Ihr könnt das Spiel genauso mit einem Team wie mit mehreren Teams in einem Wettbewerb gegeneinander spielen. Ihr erhöht den Schwierigkeitsgrad, wenn das Spiel auf dem Boden gespielt wird oder ihr ein Zeitlimit setzt. Wer denkt, dass er mit seinem Team in der Champions League angekommen ist, der kann das Spiel auch blind spielen lassen (ein Sehender als Kompass, der Rest des Teams kann nichts sehen).
Debriefing
Wer meine Blogs regelmäßig liest, weiß, dass ich ein fanatischer Fan des Debriefings bin, nicht zuletzt, weil nach dem Spiel eben vor dem Spiel ist. Damit das Spiel nicht alleine für sich steht und dadurch mögliche Synergien verloren gehen könnten, ist es wichtig, Leitfragen vorzugeben, die – je nach Thema – richtungsweisend den Spielprozess paraphrasieren und einen Transfer in den Alltag sicherstellen.
Mögliche Fragen können sein:

Spielanlässe
Retrospektive (Einstieg), Rollendefinitionen im Team, ein neues Team findet sich, innere Antreiber im Team (Zeitlimit), Rollenkonflikte, Selbstorganisation braucht Führung, etc.

Trusting. Connecting. Hitchhiking.

Two weeks ago I took part in the XP2013 meeting new people, listening to knowledgeable Agilists, learning new games, and generally enjoying the positive hype that surrounds these kinds of conferences. One of the conference‘s underlying, yet distinctive themes spanning across those five days seemed to generally be trust or better yet the lack of trust amongst people. The wish for regaining a deeper connection between people. Gitte Klitgaard‘s presentation “Be Brave“ resonated this theme beautifully and gave advice on how to overcome this issue. David Anania spoke about it in his keynote when clarifying the differences between hearing and listening and the importance of doing the latter. On top of that, I heard Amanda Palmer‘s TED talk “The Art of Asking“ and her wish to really connect with people mentioned more than once during the coffee breaks.

 
Halfway through the week, it came to me. I believe that I know a solution to this issue. It is simple. It is cheap. It is doable in most countries of the world. It is fun. It is hitchhiking.
 
As a professional hitchhiker, I can only say that this form of transport covers all of these topics. Both the hitchhiker and the driver have to overcome the issue of trusting a complete stranger. Both of them cannot escape connecting with each other while sitting together for a varying amount of time. Whether they can speak each other‘s language or simply gesticulate their way towards non-verbal communication, they share something special.
 
I have hitchhiked around England, Scotland, France, Luxembourg, Italy, Austria, Switzerland, Belgium, the Netherlands, Spain and Morocco. I have been picked up by professionals, students, unemployed, immigrants, Ferraris, driving school cars, lorries, goths, police cars, single women, families with crying babies, music bands, old ladies, lonely men, convertibles, and people who had never in their lives even considered picking up a hitchhiker. They have offered me a place to sleep, breakfast, a shared walk in the French countryside, homegrown food, sightseeing tours, money. With each one of these drivers, I share a special memory. No, I don‘t hitchhike alone. For my own and the driver‘s safety, I am always with a friend. Yes, there are certain rules that should be abided to when hitchhiking (http://hitchwiki.org/en/Safety). But they simply make the whole experience of hitchhiking and picking up hitchhikers even more enjoyable.
 
This is my message to you. Take a friend and try it. It will be rewarding. For a brief time-box, you will be made a part of somebody else‘s life. You will connect. You will experience what trust really means. And if you‘re still not convinced to try it yourself, maybe the next person sticking out his or her thumb by the side of a road will convince you.
 
Perhaps I will host an open space session on what hitchhiking teaches us about communication in our personal and professional lives at next year‘s XP2014 in Rome.
 
What is your opinion on this?!