Visualisierung: Behübschung oder Mehrwert für den Scrum Flow?

Überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen, um miteinander Dinge zu erarbeiten, zu besprechen und zu planen, ist Visualisierung sinnvoll – zum Beispiel bei Meetings, Tagungen, Konferenzen, Seminaren, Trainings und Workshops. Obwohl es unzählige Möglichkeiten gibt, verstehen viele unter „Visualisierung“ noch immer nur PowerPoint-Präsentationen und vergeben sich damit die Chance auf einen nachhaltigen Eindruck. Was bleibt nach der x-ten PowerPoint-Präsentation in Erinnerung? Endlose Folienschlangen, dicht bepackt mit Zahlen, Daten und Fakten – kaum etwas davon bleibt erwiesenermaßen im Gedächtnis der Zuhörerschaft hängen.
Auch die Wissenschaft zeigt: Visuals schaffen es deutlich besser, die Zuhörer und Zuschauer zu binden. Laut einer Studie der Universität von Minnesota gemeinsam mit der 3M Corporation, die den Einfluss visueller Hilfen im Präsentationssetting untersuchte, kann das menschliche Gehirn Visualisierungen bis zu 60.000 mal schneller verarbeiten als reine Textinhalte. Da 90 Prozent der vom Gehirn absorbierten Informationen visueller Natur sind, können im Anschluss visualisierte Inhalte wesentlich besser abrufen werden.

Visualisierung

Beispiel einer unterstützenden Visualisierung zum Thema “Methodenevolution” während einer interaktiven Meetingform

Das ist ideal für den agilen Kontext, der von der Interaktion, der Freiwilligkeit und Bereitschaft im Team lebt, gemeinsam an Produktlieferungen zu arbeiten. Visualisierungstechniken schaffen es, die Menschen in Arbeitssitzungen und Lernumgebung stärker zu aktivieren. Als Visual Facilitator kann ich hier komplexe Inhalte und unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen, dem Team Impulse für den Dialog geben, Gedanken strukturieren und schließlich wichtige Ergebnisse sichern. Neben den zahlreichen Vorzügen zeigen sich in der Unternehmenspraxis allerdings auch einige Herausforderungen, die man beachten sollte, wenn man die Vorzüge der Visualisierung im agilen Kontext nutzen will:

  1. Halten Sie eine lebendige Präsentation. Gehen Sie nicht mit vorgefertigten Flipcharts in eine Präsentation. Als Live-Zeichner sollten Sie die Darstellung im Laufe der Präsentation entwickeln, um die Zuhörer abzuholen, den Erinnerungswert zu steigern und Publikumsfeedback direkt einfließen lassen zu können. Der Zuhörer und Betrachter wird dadurch zweifach kognitiv stimuliert – der Erinnerungswert steigt.
  2. Vermeiden Sie die Ornamentierung von Scrum. Auch wenn Prozess, Inhalte und Ergebnisse in visueller Sprache, d.h. in Kombinationen von Text, Bild und Containern gut sichtbar gemacht werden können, schlägt im Zweifel der Inhalt die Form. Konzentrieren Sie sich auf die Präsentation und nutzen Sie Visualisierungshilfen nur zur Unterstützung Ihrer Kernaussagen.
  3. Lassen Sie sich als ScrumMaster nicht auf die Rolle des Facilitators reduzieren – ein mit bunten Visuals geschmückter Scrum-Meeting-Raum ist keine Garantie für einen funktionierenden Change Prozess. Dem Team und den Stakeholdern hilft die Transparenz, die durch Visualisierungen in Meetings, von Artefakten und auf Boards entsteht. Übernehmen Sie aber nicht alle zeichnerischen Leistungen, sonst werden Sie schnell auf die Rolle des Visual Facilitators reduziert – als ScrumMaster haben Sie noch wesentlich wichtigere Aufgaben!

Nicht nur, aber besonders im agilen Umfeld bieten ausdrucksstarke Visualisierungen die Möglichkeit, den Wert und die Wichtigkeit von Aussagen zu unterstreichen und klarer zu machen. Vom Teammeeting bis zur Großgruppenveranstaltung mit mehreren Hundert Teilnehmern haben Sie ein kraftvolles Tool in der Hand, wenn Sie die damit verbundenen Herausforderungen ernst nehmen.

Foto: CC0 Creative Commons – pixabay, AlexanderStein

Die Retrospektive: Maßnahmen einfach tracken

Donnerstagnachmittag, Retrospektive bei einem Automotive-Kunden. Der Gong schlägt, die Timebox ist vorbei. Ich blicke überrascht auf die Resultate: Viele Vorschläge, aber keine wirklich konkrete Maßnahme. Vor allem keine, die man in einem Sprint umsetzen könnte.
Was nun? Klassische Frage: Halte ich die Timebox? Nach dem Prinzip: „Schade, schön wäre es gewesen. Learning fürs nächste Mal.“ Oder fokussiere ich mich auf den Zweck des Meetings: Wir wollen unseren Prozess verbessern. Ich entscheide mich für den Zweck und gebe uns noch einmal 10 Minuten.
10 Minuten später.
Nachdem wir kurz in eine offene Diskussion zurückgefallen sind, haben wir zwei konkrete Maßnahmen abgeleitet. Ich lasse das Meeting abschließend bewerten und beende es. So weit so gut, das Meeting war erfolgreich. Wie geht es nun weiter?

Leichen vergraben?

Ich habe mir vorgenommen, alles gut zu dokumentieren. Auch wenn das Fotoprotokoll wahrscheinlich eine Leiche im SharePoint bleibt. Was mich eher beschäftigt ist: „Was waren eigentlich die Maßnahmen der Retrospektive einen Sprint zuvor?“ Ich kann mich nicht daran erinnern und noch schlimmer, eine Abfrage hat es auch nicht gegeben. Das muss besser werden, denke ich mir. Diesmal tracke ich die Maßnahmen effektiv.

Noch ein Board?

Ich dachte erst an Continuous Improvement Board (CIB). Klasse Idee, oder? Ich verhandle mit mir selbst: „Viel Platz für viele Maßnahmen. Werden die auch alle umgesetzt in einem Sprint? Naja vielleicht brauchen sie ja mehrere Sprints. Aber dann sind die Maßnahmen einfach nicht konkret genug. Ein weiteres Problem beim CIB: Es ist ein weiteres Artefakt. Ich hänge es gleich neben die wenig beachtete Definition of Ready und die kaum benutzte „Waste-Wall“.

Oder einfach nur ein Task?

Die besten Lösungen sind die einfachsten. In einem früheren Team hatte ich am Taskboard eine eigene Swimlane mit dem Namen „Kaizen“. Das war gut, aber ich suche die Herausforderung: Geht es noch einfacher? Ohne Verlust von Effektivität? Ich entscheide mich dafür, Tasks zu erstellen. Simpel, nachvollziehbar und transparent. Weiterer Vorteil: Die Maßnahmen werden nun täglich im Daily mitverfolgt, und zwar instinktiv.
Mein Learning: Die einfache Lösung ist oft weniger intuitiv, aber durchdachter als die komplexe.

Bitte nicht stören: Tipps für höhere Team-Produktivität

“Wie können wir uns als Consultant-Team noch besser synchronisieren?“ Diese Frage hatten wir uns im Rahmen einer internen Sprint-Retrospektive gestellt. Wir waren bereits einige Wochen gemeinsam in einem neuen Kundenprojekt im Einsatz und suchten einen Weg, wie sich der Abstimmungsaufwand zwischen den Kollegen reduzieren ließ.
Wir stehen vor der Herausforderung, unterschiedlichste Aufgaben und Bedürfnisse vereinbaren zu müssen: Wir entwickeln Scrum-Teams. Wir arbeiten als Interim ScrumMaster. Wir coachen das Management. Wir verfassen Präsentationen und Berichte. Wir haben Team- und Kunden-Meetings. Wir arbeiten oft alle zusammen in einem Raum. Einige Aufgaben erfordern Ruhe und Konzentration, für andere Aufgaben braucht es den Austausch mit Kollegen. Manche Aufgaben können alleine erledigt werden, andere lassen sich besser im Pairing oder mit dem gesamten Team lösen. Die unterschiedlichen Aufgabenstellungen wechseln im Tagesverlauf häufig. Wie stellen wir dabei sicher, dass jeder im Team konzentriert arbeiten kann? Wie koordinieren wir, zusätzlich zu den Kundenterminen, die vielfältigen Aufgaben innerhalb unseres Teams?

Wie stellen wir sicher, dass jeder im Team konzentriert arbeiten kann?

Das Smartphone klingelt, brummt und blinkt. Am Bildschirm poppt eine neue E-Mail oder der nächste Termin auf. Der Kollege kommt ins Zimmer und fragt, ob er mal eben kurz stören darf. Am Nebentisch wird angeregt diskutiert. Ein typischer Arbeitstag für die meisten von uns. Gerade einmal drei Minuten kann sich ein Mitarbeiter im Büro im Durchschnitt am Stück mit einer Aufgabe beschäftigen, bevor er gestört wird. Das ist das deprimierende Ergebnis einer Studie der University of California. Bis man wieder mit voller Konzentration zu seiner Aufgabe zurückgefunden hat, dauert es 8 Minuten. Durch diese häufigen Störungen sinkt die Produktivität massiv.
Und wie sieht es bei uns im Team aus? Wie sorgen wir dafür, dass die Kollegen in Ruhe arbeiten können, die sich konzentrieren müssen? Wir haben für uns eine pragmatische Lösung gefunden. Wir zeigen einfach jedem im Raum, dass wir nicht gestört werden wollen. Durch Kopfhörer im Ohr. Und durch „Do not disturb“-Schilder, wie man sie auch in Hotels findet. Das funktioniert, weil jeder im Team diese Signale kennt und respektiert.

Wie koordinieren wir die vielfältigen Aufgaben innerhalb des Teams?

Die „Do not disturb“-Schilder und Kopfhörer sorgen nun also zuverlässig für die nötige Ruhe und Konzentration. Allerdings ergibt sich damit ein neues Problem: Man kann seine Kollegen nicht mehr spontan fragen, ob sie mal eben Zeit für gemeinsame Arbeiten haben. Wir brauchen also einen Möglichkeit, die Aufgaben innerhalb des Teams unkompliziert zu koordinieren.
Die Lösung: Wir haben neben unserem Taskboard zusätzlich einen großen Tagesplan angebracht, der jederzeit für alle Team-Mitglieder sichtbar ist.

Aufbau

Als Untergrund für den Tagesplan eignet sich karierte Whiteboard-Folie sehr gut. Der Plan besteht aus Spalten und Zeilen. Für jedes Team-Mitglied gibt es eine Spalte. Jede Zeile steht für einen 30-Minuten-Block. Die Höhe und Breite der einzelnen Zellen entspricht der Größe eines Post-its.
tagesplan_michael

Ablauf

Im Anschluss an das Daily Scrum stellen sich alle Kollegen vor den Tagesplan. Im ersten Schritt markiert einer nach dem anderen seine an diesem Tag anstehenden Termine mit Post-its. Schnell bekommen dadurch alle einen Überblick über die belegten Zeitblöcke jedes Kollegen.
Im zweiten Schritt suchen die Kollegen, die zusammen an einem Task arbeiten wollen, nach gemeinsamen freien Zeitfenstern und markieren diese ebenfalls mit Post-Its. Auch die Zeit und die Dauer, in der ein Team-Mitglied konzentriert und in Ruhe arbeiten möchte, kann so transparent gemacht werden. Damit ist zudem sichergestellt, dass es für jede Aktivität eine feste Timebox gibt. Die Tagesplanung unseres Consulting-Teams mit 6 Kollegen dauert so nur wenige Minuten, Terminänderungen während des Tages passieren in Sekunden.
Seit der Einführung der „Do not disturb“-Schilder ist leicht zu erkennen, dass ein Kollege Ruhe benötigt. Störende Geräusche schirmen wir durch Kopfhörer ab. Mithilfe des Post-it-Tagesplaners sind Meetings, Gruppen- und Konzentrationsarbeiten gut zu koordinieren. Wir haben so einen Weg gefunden, wie wir als Team mit einfachen Mitteln produktiver zusammenarbeiten können.

Steuern mit dem Taskboard

Wie im ersten Teil „Taskboard Basics“ beschrieben, sind Taskboards ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel, um einen Überblick über den Arbeitsfortschritt von Teams zu geben. Manchmal auch mit brutaler Ehrlichkeit. So erlebt in einem Daily vor einem vielzeiligen, ein wenig zerfleddert wirkenden Taskboard. Bei vielen Storys hingen einzelne Tasks “in progress”, Punkte für hängengebliebene Tasks wurden schon nicht mehr verzeichnet und ganz unten prangte die Zeile für “Sonstiges“. Resultat: Wir rackerten uns ab, bekamen aber kein einziges Ding fertig. An priorisiertes Abarbeiten war gar nicht zu denken.
Das Resultat des Sprints waren viele offene, halbfertige User Storys. Jedes Teammitglied hatte bei fast jedem Thema ein wenig mitgestaltet. Bei vielen Storys war der letzte Schritt zur Erfüllung der Akzeptanzkriterien aber noch nicht erledigt oder sogar unklar. Spätestens nach dem nächsten Sprintwechsel verursachten die unfertigen Storys und das noch immer mit denselben Themen vollgepackte Taskboard Schmerzen – und die führen bekanntlich zur Veränderung. In unserem Fall durch eine Intervention von zwei Teammitgliedern. Das Taskboard ist immerhin nicht nur ein Reportingtool, es bietet auch die Möglichkeit, die Arbeit aktiv zu gestalten.
Nach dem Motto “Stop starting, start finishing” wurde das Taskboard umgebaut und die Regeln der Zusammenarbeit wurden geändert: Neben der User Story wurde nun das zugehörige Akzeptanzkriterium, auf das wir uns geeinigt hatten, explizit gemacht; unter der ersten User Story prangte ein dicker Strich. Die Aussage war klar: Wir greifen die zweite User Story erst an, wenn die erste User Story abgeschlossen ist. Bis dahin unterstützt jedes Teammitglied die Kollegen oder hat eben Slack. Ein gewagter Ansatz. Das Team committete sich trotzdem. Versuchszeitraum: ein Tag.

Acht Stunden später

Am Ende des ersten Tages war die Zahl der Tasks gestiegen, da Kollegen ihre Aufgaben kleiner geschnitten hatten, um Teile auf andere Teammitglieder auszulagern. 19 Tasks done, fünf andere auf “to do” oder “in progress”. Die Disziplin hatte gehalten, keine anderen Baustellen wurden aufgerissen. Die Lieferung der Story war nicht innerhalb eines Tages möglich, aber wir standen kurz vor der Fertigstellung unserer Delivery. Das Experiment hatte sich bewährt.

Unser Fazit

Durch die Fokussierung haben wir drei Ziele erreicht:

Das richtige Werkzeug für Visualisierungen

Wie bei jedem Handwerk braucht man auch beim Visualisieren das richtige Werkzeug, um tolle Ergebnisse zu erzielen. Um euch die Suche zu erleichtern, zeige ich euch in diesem Beitrag, welche Stifte und welches Papier ich am liebsten nutze. Dabei unterscheide ich grundsätzlich zwischen zwei Arten der Visualisierung:

  1. Das interaktive Zeichen von Notizen während Vorträgen (Sketchnoting) und
  2. das Live-Visualisieren von Workshopinhalten und Vorträgen, quasi „auf der Bühne“ (Graphic Facilitation, Graphic Recording)

Je nach Einsatzgebiet nutze ich unterschiedliche Stifte.

Das richtige Werkzeug für Sketchnoting

Beim Sketchnoting ist es wichtig, dass die Stifte gut in der Hand liegen, ein sauberes Schriftbild ergeben und schnell trocknen. Andernfalls verschmiert man schnell sein Werk mit der eigenen Hand, besonders für Linkshänder ist das oft ein Problem. Außerdem benötige ich ein Notizbuch, das sich später leicht scannen lässt und im Idealfall eine passable Unterlage beim Schreiben bietet. Mein absoluter Lieblingsstift ist der Pentel BL407 EnerGel Liquid-Gel-Roller. Mit einer Strichstärke von 0,35 mm und schwarzer Gel-Tinte, die sich butterweich schreibt, entspricht er genau meinen Anforderungen an einen guten Stift. Das Metallgehäuse liegt perfekt in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht. Den Pentel BL407 gibt es auch mit matt-schwarzer Oberfläche. Ich benutze den BL407 zum Zeichnen und Schreiben gleichermaßen.
Pentel-EnerGel-B407-schwarz
Wenn ich stärkere Konturen benötige oder Schrift besonders hervorheben möchte, nehme ich den Fineone Outliner mit Rundspitze von Neuland. Die Spitze ist breiter als die des BL407. Außerdem verschmiert die Tinte nicht, wenn man mit einem anderen wasserbasierten Stift drübergeht, zum Beispiel beim Zeichnen von farbigen Akzenten oder Schatten.
FineOne-Outliner-Rundspitze-von-Neuland-Ansicht-2
Für Schattierung und dezente Hervorhebung benutze ich am liebsten den Fineone Artmarker mit Pinselspitze in der Farbe 101 Grau, wieder von Neuland. Die flexible Pinselspitze erlaubt es, in einem Zug unterschiedliche Strichstärken zu produzieren. Das gibt den Bildern eine coole Dynamik. Ich habe ein bisschen Übung gebraucht, um die Striche so hinzubekommen, wie ich sie mir vorgestellt habe, inzwischen geht es aber schon ganz gut. Man kann den Stift auch in 102 Lichtgrau nehmen, mir war der dann aber zu hell.
FineOne-Artmarker-Pinselspitze-in-101-Grau-von-Neuland-Ansicht-2
Wenn ich mehr Farbe in meinen Sketchnotes haben möchte, nehme ich ganz klassische, gelbe Buntstifte. Ziemlich gute Erfahrungen habe ich mit den Stiften von STABILO EASYcolors gemacht. Diese gibt es für Rechts-und Linkshänder. Alternativ kann man natürlich auch jeden anderen Buntstift nehmen.
Ein-gelber-Buntstift
Ich nutze nur eine Farbe und versuche diese sinnvoll einzusetzen. Wenn zu viele Farben gleichzeitig verwendet werden, wird ein Bild schnell sehr unruhig. Zwei Farben, die gut zueinander passen, sind okay, mehr ist schon schwierig. Warum Gelb? Gelb hebt gut hervor, drängt sich aber nicht in den Vordergrund, erzeugt in der Zeichnung eine fröhliche Stimmung und passt hervorragend zu Grau und Schwarz. Ich könnte mir noch Orange oder ein helles Grün vorstellen, aber das ist wahrscheinlich Geschmacksache.
Mein perfektes Notizbuch ist das LEUCHTTURM1917 Whitelines Link. Zusammen mit der kostenlosen Whitelines Link App lassen sich die Notizen und Zeichnungen extrem einfach digitalisieren.

Das richtige Werkzeug für die grafische Workshopbegleitung

Naturgemäß benötigt man für das Zeichnen am Flipchart dickere Stifte und man muss größer und – ganz allgemein – klarer arbeiten, damit man auch aus 10 Metern Entfernung noch alles möglichst gut lesen kann. Zum Schreiben und Zeichnen am Flipchart nutze ich den No. One Outliner mit Keilspitze von Neuland. Genau wie der Fineone Outliner verwischen die Konturen nicht, wenn man sie hinterher colorieren möchte. Die sattschwarze Tinte schlägt nicht durch das Papier und stinkt auch nicht so wie viele Eddings oder andere Plakatschreiber. Auch wenn das Arbeiten mit Keilspitze zu Beginn ungewohnt ist, ist es den kleinen Anfangsaufwand definitiv wert. Die Keilspitze ermöglicht unterschiedliche Strichstärken und das Schriftbild wird deutlich eleganter. Ein Hinweis, weil das immer wieder zu Verwirrung führt: Obwohl der Stift außen orange ist, schreibt er natürlich schwarz.
Outliner
Auch bei großen Zeichnungen brauche ich Schattierungen und Farben. Hierfür nehme ich den BigOne mit Keilspitze in 101 Grau und den gleichen Stift in 500 Brilliantgelb. Auch hier gilt wieder: Gelb ist Geschmackssache. Zum Colorieren und Schattieren nehme ich den BigOne lieber, als den kleineren No. One, weil ich so große Flächen schneller ausfüllen oder Text besser hervorheben kann.
BigOne-Keilspitze-in-101-Grau
BigOne-Keilspitze-in-500-Brilliantgelb

Das richtige Papier

Da ich oft bei unterschiedlichen Unternehmen unterwegs bin, habe ich mich mit dem Thema Flipchartpapier noch nicht so wirklich auseinandergesetzt. Ich habe einfach benutzt, was da war. Um die Bilder nicht durch die Orientierungslinien zu stören, drehe ich den Block meistens um, damit die Linien auf der Rückseite sind. So kann man sie noch durchschimmern sehen und zur Orientierung nutzen, ab einer gewissen Entfernung oder auf der späteren Fotodokumentation sieht man sie dann meist nicht mehr. Eine Sache ist mir bei Flipchartpapier jedoch besonders wichtig: Es muss sauber und leicht abzureißen sein. Ich habe mich schon einige Male geärgert, weil ich eine fertige Grafik beim Abnehmen halb zerrissen habe oder den oberen Teil Stück für Stück abzupfen musste.

Ein Plädoyer für die Umwelt

Auch wenn die Stifte von Neuland und Pentel im ersten Moment relativ teuer zu sein scheinen, sind sie die paar Cent mehr für das richtige Werkzeug auf alle Fälle wert. Man kann alle Stifte ganz einfach nachfüllen, dadurch spart man Geld und schont auch noch die Umwelt.
Den Pentel B407 kann man mit diesen Minen nachfüllen. Die grauen und gelben Stifte von Neuland, also sowohl den BigOne als auch den FineOne, kann man mit dieser Tinte nachfüllen. Passt darauf auf, die richtige Farbe auszuwählen – 101 Grau und 500 Brilliantgelb bzw. welche Akzentfarbe auch immer ihr bevorzugt. Die schwarzen Outliner lassen sich mit dieser Tinte nachfüllen. Das ist die spezielle Outliner-Tinte, die nicht verschmiert, wenn man schattiert oder coloriert. Bitte nicht mit „normaler“ schwarzer Tinte nachfüllen, mit dieser passiert nämlich genau das.
 
Wenn ihr Fragen zu meinem Werkzeug habt, andere Stifte oder Notizbücher bevorzugt oder Fragen zur Nutzung meines Werkzeugs habt, hinterlasst bitte ein Kommentar oder schreibt mir eine Nachricht. Ich freue mich sehr über eure Rückmeldungen.
Wie meine Flipcharts dann aussehen, seht ihr hier.
Und nicht vergessen: Jeder kann zeichnen!
 
Übrigens: Zeichnen und Scrum lassen sich wunderbar verbinden zu Visual Scrum
borisgloger consulting und die bikablo® akademie haben sich zusammengetan, um Visual Facilitating und Scrum zusammenzubringen – und „Visual Scrum“ als Kernkompetenz an agile Manager, Product Owner, ScrumMaster, Scrum Coaches und Entwickler zu vermitteln. Mehr zum Training hier.
Wer ist die bikablo® akademie?
Die bikablo® akademie ist Vorreiterin, Entwicklungslabor und Ausbildungsstätte für Visualisierung. Unsere Mission ist es, Menschen zum Visualisieren zu befähigen, um Lernen, Wissensvermittlung, Dialog und Zusammenarbeit zu verbessern. Wir möchten neue Bilder, Techniken und Methoden in die Welt bringen, außergewöhnliche Lernerfahrungen bieten und Gemeinschaften von visualisierenden Menschen stiften.
www.bikablo.com
 

Ich habe keine Lust auf fade Flipcharts!

In letzter Zeit bekomme ich nach einem Vortrag immer öfter Lob und Bewunderung für meinen Präsentationsstil. So auch nach einem Co-Vortrag mit Thomas Ringer von Fronius International am 51. Innovationspool der Plattform für Innovationsmanagement in Sattledt. Mit ein Grund dafür: Ich benutze kein PowerPoint. Stattdessen gestalte ich interaktiv mit meinem Publikum Flipcharts, um die wesentlichen Punkte meines Vortrags in Wort und Bild festzuhalten. Das funktioniert nicht, wenn die Flipcharts aussehen wie üblich: Ein ungeplantes Wirrwarr aus unzähligen bunten Linien, die auch auf den dritten Blick noch nicht klar machen, worum es eigentlich geht und mehr verwirren als erklären.
Die visuell ansprechende Darstellung von Themen in Workshops und Vorträgen ist ein wichtiges Hilfsmittel, das zielgerichtete Kommunikation in Projekten unterstützt. Das ist auch einer der Gründe, warum wir von borisgloger consulting visuelle Kommunikation zu einer zentralen Kernkompetenz erkoren haben. Jede und jeder unserer Beraterinnen und Berater lernt in den ersten Tagen, wie sie oder er am besten mit Stift und Papier umgeht. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

(c) Weinfranz/Plattform für Innovationsmanagement

(c) Weinfranz/Plattform für Innovationsmanagement


Nach meinem letzten Vortrag haben sich Menschentrauben gebildet, weil Leute Fotos von meinen Flipcharts machen wollten. Ich habe noch nie gesehen, dass nach einer PowerPoint-Präsentation jemand zum Vortragenden gegangen ist, um ihm für seine gelungene Folienanimation zu danken oder die exakte Ausrichtung des Flussdiagramms zu bewundern. Aber warum ist das so wichtig?

Bilder sprechen die Emotionen an

In einem Vortrag geht es darum, die Menschen zu begeistern. Emotionen anzusprechen. Vielleicht sogar das Leben ein kleines Stück zu verändern. Mit PowerPoint funktioniert das nicht, vor allem, wenn die Folien und Präsentationen so massiv mit Informationen überladen sind, dass die Aufnahmekapazität der Zuhörer überfordert wird. Wenn der Redner nicht gerade außergewöhnlich gut ist, schalten die Leute schon nach der zweiten Folie ab. Entsteht die Präsentation aber live und gemeinsam mit dem Publikum, ist die Identifikation mit den Inhalten deutlich höher und die Zuhörer können mehr aus ihrem mitgestalteten Vortrag mitnehmen.
Häufig bekomme ich die Frage gestellt: „Wie schaffen Sie es, neben dem Vortrag auch noch zu zeichnen?“ Wenn ich den Menschen dann erzähle, dass ich ihnen das Visualisieren in 15 Minuten erklären könnte, schauen sie mich ungläubig an.
Der wichtigste Punkt. Es geht darum, Information zu übermitteln, nicht Kunst zu kreieren. Wenn meine Bäume ausschauen wie Schafe, die auf wackligen Rechtecken balancieren? Macht nichts! Bilder funktionieren ohnehin am besten, wenn man sie mit Text ergänzt: Ein einfaches „Baum“, „Umweltschutz“ oder „Zirkusschaf“ macht alles klar.
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Kombinieren Sie. Die meisten Zeichnungen setzen sich aus simplen Grundformen zusammen. Hier hilft die bikablo-Technik. So kann man aus den Buchstaben U, Z, M und O einen Glühbirne zeichnen.
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Nutzen Sie Vokabeln. Ich benutze in meinen Vorträgen eine ausgewählte Anzahl an zusammengesetzten visuellen Vokabeln, die ich entweder öfter benutze oder die ich im Vorfeld übe. So habe ich während des Vortrags weniger Stress und kann auch auf unvorhergesehene Inhalte reagieren.
Fokus bei der Farbauswahl. Ich nutze max. 3 Farben: Schwarz für Konturen und Schrift, Grau für Schatten und Orange oder Gelb für Kolorierung und das Setzen von Akzenten. Durch die Reduzierung von unterschiedlichen Farben bringt man Ruhe ins Bild. Das hilft auch, um sich auf die Botschaft zu fokussieren, die man dem Publikum mitgeben möchte.
Übung macht den Zeichner. Wie überall macht Übung den Meister. Wenn Sie sich einfach mal trauen, über Ihren Schatten zu springen und in Meetings, Workshops oder Gesprächen mit einem Kollegen ein Flipchart und Stifte nutzen, um die Kommunikation zu vereinfachen, haben Sie schon gewonnen.
Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen, sind Sie für einen Großteil der Herausforderungen gewappnet. Natürlich kann man auch Flipcharts überladen. Auch durch nette Zeichnungen bleibt Bullshit Bullshit. 80 PowerPoint-Slides entstehen aber deutlich leichter, als 80 Flipcharts. Alleine das zwingt, sich zu fokussieren.
Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen will, kann uns gerne kontaktieren oder eines unserer Visual Scrum Trainings besuchen. Die nächsten Termine finden Sie hier.
Wie entstand Visual Scrum?
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Wer ist die bikablo® akademie?
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Das Eis brechen – mit Stift, Papier und Visual Scrum

Die beliebte Small-Talk-Frage: „Und was machst Du so beruflich?“ wird für Scrum Coaches, ScrumMaster und Consultants nicht selten zur Bewährungsprobe. „Ich bin ScrumMaster“ erzeugt in unwissenden, weil wenig technischen Berufsgruppen oft nur ein Stirnrunzeln und nicht weniger häufig ein müdes Lächeln ob des ulkigen Fremdwortes – auch gerne begleitet von der Frage, welchen Gürtel man denn da schon habe.
Und dann fängt es im Kopf an zu rattern: Wo fange ich jetzt mit der Erklärung an, bei Adam und Eva? Beim Rugby? Bei Nonaka, Sutherland und Schwaber? Egal, wofür man sich entscheidet, so wirklich trivial wird es selten. Und das obwohl Scrum nichts anderes macht, als die für die Produktentwicklung intuitiv richtigen Dinge in einen Rahmen zu packen und interdisziplinäre Teams in kurzen Zyklen gemeinsam an einer Lösung arbeiten zu lassen.
Hier verhält es sich mit Scrum wie mit jedem anderen Thema auf diesem Erdball: Wenn man nur tief genug drinsteckt, lässt sich der Grad der Komplexität nach Belieben erhöhen und ehe man sichs versieht, hat man die Zuhörer in den Schlaf begeistert. Und nicht nur im privaten Rahmen sind die Erklärungskünste des agilen Prozesshüters gefragt. Es liegt in der Natur seines Berufs, an den Schnittstellen der Scrum-Teams für ein gemeinsames Verständnis sorgen zu müssen und den Prozess weiter ins Unternehmen zu tragen.
Und damit ist es ja längst nicht getan. An dieser Stelle soll die Debatte darüber, ob ein erfolgreicher ScrumMaster technisches Verständnis haben muss oder nicht, nicht angefeuert werden. Fakt ist aber, dass ein Team nicht nur zwischenmenschliche Probleme aus der Welt schaffen muss, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Wohl demjenigen, der es versteht, Stift und Papier in den Grundfunktionen zu bedienen: schreiben und skizzieren. Es ist kein Zufall, dass sich Boris Gloger Consulting und die Kommunikationslotsen zusammengetan haben, um Scrum Consulting und Visual Facilitation zu einem gemeinsamen Training zu verschmelzen. Für die Teilnehmer bedeutet das: Sie erlernen die bikablo® Grundtechnik und können sie direkt auf ihren Arbeitsalltag im agilen Umfeld anwenden.
Ein Schelm, wer glaubt, hier gehe es lediglich darum, schöne Flipcharts zu malen – getreu dem alten Politiker Schlachtruf „Inhalte überwinden“. Nein, hier geht es darum, sich, seine Teamkollegen, Kunden oder Stakeholder schnell und effektiv zu einem gemeinsamen Verständnis für eine Situation oder der Lösung eines Problems näher zu bringen.
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Angenehmer Nebeneffekt: Wenn Sie das nächste Mal jemand fragt, was Sie eigentlich machen, malen Sie es einfach auf!
Tipp: Visualisieren wie ein Meister – mit den Tipps aus unserem Training “Visual Scrum” sind chaotische und inhaltsleere Flipcharts Schnee von gestern. Melden Sie sich hier gleich zum nächsten Termin am 13. & 14. Oktober 2014 in Köln an!