SAFe® – myScaled Agile Podcast

Es hat sich bereits herumgesprochen, dass Agilität Teams dabei hilft, schneller zu liefern und innerhalb des Teams effektiver zusammenzuarbeiten. Aber wie funktioniert agile Zusammenarbeit im großen Rahmen – also mit mehreren Teams, die miteinander etwas liefern sollen? Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichsten Skalierungsframeworks, die versprechen, Agilität entweder in mehreren Teams oder sogar der gesamten Organisation umzusetzen.

Boris und ich stellen euch in dieser Reihe die populärsten Skalierungsframeworks kurz vor und diskutieren, wozu man sie in der Praxis gut einsetzen kann und wo wir die größten Herausforderungen sehen. Heute geht es um den Dinosaurier unter den Skalierungsframeworks: das Framework SAFe, welches zu den ersten Tools zählt, um agile Projekte zu unterstützen.

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SAFe® in a nutshell

Das SAFe® Framework ist eines der umfassendsten Ansätze zur Skalierung von Agilität. Es wurde ursprüngliche für den Einsatz in großen Konzernen entwickelt und wird auch dort voranging verwendet. Die zwei zentralen Elemente von SAFe®:

  1. Die Einführung von sogenannten Agilen Release Trains (ART): ein Zusammenschluss von mehreren crossfunktionalen Teams, die eine geteilte Business- und technologische Mission umsetzen (normalerweise 50-125 Personen).
  2. Die Einführung eines Program Increment (PI): einer Timebox (in der Regel 8-12 Wochen), in der ein ART inkrementell Wert in Form von funktionierender und getesteter Software liefert.

Die große Stärke des SAFe® Frameworks liegt darin, dass Rollen, Artefakte und Prozesse (wie gemeinsame Planung, Priorisierung etc.) für die Zusammenarbeit von vielen Teams sehr ausführlich beschrieben sind. Auf der anderen Seite gibt es wenige explizite Hinweise mit, in welcher Art und Weise Organisationsstrukturen verändert werden müssen. SAFe® wirbt sogar damit, dass bestehende Strukturen und Hierarchien in der Organisation nicht verändert werden müssen.

Je nach Kontext und Organisationsgröße gibt es verschiedene Konfigurationen von SAFe®:

  • Essential – enthält den minimalen Satz von Rollen, Ereignissen und Artefakten, die erforderlich sind, um als Zusammenschluss von agilen Teams kontinuierlich Geschäftslösungen über einen ART zu liefern.
  • Large Solution – beschreibt zusätzliche Rollen, Praktiken und Anleitungen zum Aufbau mehrerer ARTs, die wiederum in Solution Trains zusammengefasst werden.
  • Portfolio – hier kommen zusätzlich zu den ARTs Wertströme zum Einsatz, mit deren Hilfe strategische Entscheidungen getroffen werden und das Portfolio der Unternehmung gesteuert wird. Im Rahmen eines gemeinsamen Governance-Modells liefert jeder Wertstrom eine oder mehrere Lösungen, die das Unternehmen benötigt, um seinen Geschäftsauftrag zu erfüllen.
  • Full – dies ist die umfassendste Konfiguration, die alle sieben Kernkompetenzen umfasst, die für geschäftliche Agilität aus der Sicht von den Erfindern von SAFe erforderlich sind.

Vor- und Nachteile sowie Einsatzumfeld

Weiterführende Informationen: SAFe® Website

Videoempfehlung: SAFe Explained in Five Minutes

Buchempfehlung: Richard Knaster & Dean Leffingwell (2020). Safe 5.0 Distilled: Achieving Business Agility With the Scaled Agile Framework Paperback – Addison Wesley

Weitere Folgen aus dem myScaled Agile Podcast

#1 Scrum of Scrums (SoS)

#2 Large Scale Scrum (LeSS)

#3 Scrum@Scale

#4 Nexus

#5 Safe®

#6 Spotify-Modell

#7 Soziokratie

#8 myScaled Agile

#9 Abhängigkeiten managen

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Carsten Rasche Carsten Rasche Seine ersten Erfahrungen mit userzentrierter Produktentwicklung, mit Scrum und Agile hat Carsten Rasche direkt im Silicon Valley gesammelt. Den Arbeitspsychologen fasziniert natürlich, wie sich die konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kund:innen auf die interne Organisation eines Unternehmens auswirkt. Im Zuge von Transformationsprojekten liegt seine Expertise im Bereich Organizational Learning & Coaching von Führungsteams. Neben Kundenprojekten hat Carsten die Initiative Scrum4Schools aufgebaut, welche die Anwendung von Scrum in Bildungseinrichtungen unterstützt. Als ausgebildeter Mediator bringt Carsten Rasche die Fähigkeit ein, in angespannten und komplexen Situationen die Ruhe zu bewahren, nüchtern zu analysieren und dadurch größere Klarheit zu schaffen. Wichtig ist ihm dabei, offen und wertschätzend auf Menschen zuzugehen und eine tragfähige Vertrauensbasis zu schaffen.

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Boris Gloger Boris Gloger Boris Gloger zählt als erster Certified Scrum Trainer weltweit zu den Scrum-Pionieren und ist ein Vordenker für neue Arbeitsformen. Er glaubt nicht nur an Scrum, weil es bessere Produkte in kürzerer Zeit hervorbringt, sondern auch, weil es den Arbeitsplatz in einen humaneren Ort verwandeln kann. Boris ist Unternehmensberater, Autor, Serial Entrepreneur und Keynote Speaker und zählt weltweit zu den Pionieren von Scrum und Agilität. Für ihn war „Agile“ immer mehr als reine Methodik: Als einer der Ersten hat er erkannt, dass in agilen Denk- und Arbeitsweisen die Kraft steckt, Organisationen von Grund auf neu auszurichten und dadurch fit für das 21. Jahrhundert zu machen. An seinen Ideen zu einem modernen, agilen Management orientieren sich heute viele nationale und internationale Unternehmen. Als Vater zweier Kinder hat Boris ein starkes Bedürfnis, in der Gesellschaft etwas positiv zu verändern. Deshalb engagiert er sich u. a. für eine radikale Umkehr des derzeitigen Bildungssystems, wie etwa mit dem erfolgreichen Pilotprojekt Scrum4Schools. Er ist fest davon überzeugt, dass Selbstorganisation und das Prinzip der Freiwilligkeit die besten Wege sind, um Ziele zu erreichen und ein eigenständiges Leben zu führen.

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