Deutschlands Lehrer und Schüler stellen dem Schulsystem miese Noten aus: ineffizient, veraltet und viel zu unflexibel, um individuell Schüler fördern zu können, sind die zentralen Kritikpunkte. Im Gegenzug wächst in beiden Gruppen der Wunsch nach neuen, zeitgemäßen Lernmethoden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung borisgloger consulting in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Innofact. In der Umfrage wurden 250 Lehrer und 1000 Schüler zu einer Einschätzung der bestehenden Unterrichtsmethoden befragt.

Besonders alarmierend: Nur eine Minderheit der Lehrer (41 Prozent) schätzt das deutsche Schulsystem überhaupt noch als effizient ein. Aus ihrer Sicht klaffen Aufwand und Lernerfolg auseinander: 40 Prozent der Lehrer meinen, Schüler müssten zum Lernen der Unterrichtsinhalte einen großen bzw. sehr großen Aufwand betreiben, doch nicht einmal jeder Dritte (30,7 Prozent) attestiert letztlich den Schülern einen entsprechenden Lernerfolg.

Eine höhere Effizienz erhofft sich die überwiegende Mehrheit, so legt die Studie offen, von neuen Lernmethoden:  Drei von vier Befragten würden gern neue Lernmethoden einbauen, um sich individuell auf die Schüler einstellen können. Doch nur jeder Vierte hat aktuell die Zeit dazu. Mehr Partnerarbeit (83 Prozent) und Gruppenarbeit (75 Prozent) zählen hier mit zu den präferierten Unterrichtsformen, die künftig mehr Gewicht haben sollten. 

Das insgesamt negative Urteil der Lehrer deckt sich mit der Einschätzung der Schüler zum Schulsystem: Auch hier wird mangelnde Effizienz kritisiert. 48 Prozent klagen über einen hohen bzw. sehr hohen Aufwand, um die Unterrichtsinhalte zu lernen, doch nur 41 Prozent sehen für sich einen entsprechend hohen Lernerfolg. Um den Anschluss nicht zu verpassen, haben 42 Prozent der Schüler das Gefühl, sie müssten viel für die Schule tun. Und etwa jeder zweite kommt derzeit im Unterricht nicht hinterher, das Lerntempo ist ihnen deutlich zu hoch. Kein Wunder, dass nur etwa ein Drittel gern zur Schule geht und nur 38,6 Prozent zufrieden mit ihrer Schule sind. Dabei bemängeln die Schüler auch den fehlenden Praxisbezug: Über die Hälfte fühlt sich kaum bis überhaupt nicht auf die Arbeitswelt vorbereitet. Mehr Partnerarbeit (76 Prozent) ist bei Schülern der Favorit unter den Unterrichtsformen, die künftig an Bedeutung gewinnen sollten. 

Explizit abgefragt wurde im Rahmen der Umfrage zudem die von borisgloger consulting entwickelte Unterrichtsmethode Scrum4Schools. Abgeleitet von Scrum, einer agilen Projektmanagementmethode, die ihren Ursprung in der IT Softwareentwicklung hat, handelt es sich bei Scrum4Schools um eine völlig neue Lernmethode – weg vom altbekannten Frontalunterricht, hin zu einer zeitgemäßen Form des kollaborativen Arbeitens.

Sowohl die Mehrheit der Lehrer (53 Prozent) als auch der Schüler (59 Prozent) beurteilen eine solche Form der Vermittlung des Lehrstoffes als interessant bzw. sehr interessant. Die Mehrheit der Schüler (52 Prozent) und 44 Prozent der Lehrer würden die Einführung von Scrum4Schools an den deutschen Schulen begrüßen.

„Mit agilen Methoden, wie sie in der Wirtschaft längst gesetzt werden, können wir es Kindern ermöglichen, Lernziele besser und schneller zur erreichen. Gleichzeitig lassen sich damit Soft Skills wie Teamwork, Eigenverantwortung und Selbstorganisation fördern. Das erhöht langfristig nicht nur die Zufriedenheit im schulischen Bereich, sondern auch die Motivation der einzelnen Schüler“, so Boris Gloger, Gründer und Geschäftsführer borisgloger consulting.