Scrum in der Schule
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Wir (Vera und Julia) haben eine weitere Schule gefunden, die anders lernen möchte. Am 15.03.2019 startete eine 9. Jahrgangsstufe des Gymnasiums in Trudering bei München im Fach Religion, mit Scrum4Schools zu lernen. Warum im Fach Religion? Die beiden Lehrerinnen wollten eine neue Methode ausprobieren, welche die Gestaltung des Lernprozesses in die Hände der SchülerInnen übergibt und die Persönlichkeitsentwicklung fördert. Wie man Scrum in der Schule einführen und das Kick-off gestalten kann, möchten wir im Folgenden veranschaulichen.

Vorbereitung

Im Vorfeld des Kickoff-Termins bekamen die 41 Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, über Scrum zu recherchieren, damit diese einen ersten Kenntnisstand der Methode gewinnen konnten. Daraus entstanden viele schöne Onepager.

Scrum Flow

Scrum Loop

Start und Check-in

Nun stand der Kickoff-Tag bevor. Der Zeitplan war straff, denn in einer 90-minütigen Timebox zählt jede Sekunde. Deshalb haben wir uns intensiv auf diesen Tag vorbereitet, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Wir starteten mit einer kurzen Vorstellung und gaben zunächst einen ersten Überblick über die Agenda.

Agenda Scrum4Schools

Danach folgte ein kurzer Check-in – der sogenannte Klatschkreis. Alle 41 SchülerInnen und zwei Lehrerinnen standen mit uns Beratern in einem großen Kreis. Nun ging es darum, ein Klatschsignal an seinen Nachbarn zu senden, der es wiederum seinem Nachbarn weitergibt. Als Ergebnis soll ein immer schneller werdender Fluss entstehen. Ein schönes Aufwärmspiel und gleichzeitig eine wunderbare Rhythmusübung, die frische Energie in die Runde bringt.

Inhaltlicher Einstieg

Anschließend lernten die SchülerInnen mit teils evangelischem und teils katholischem Glauben, was Scrum überhaupt ist, wo es herkommt und wie wir von borisgloger consulting eigentlich auf Scrum4Schools gekommen sind. Die SchülerInnen und Lehrerinnen hörten gespannt zu und durften Fragen stellen.

Formierung der Lernteams

In der zweiten Hälfte der Unterrichtseinheit teilte sich der evangelische und katholische Unterricht in die jeweiligen Klassen auf. Nun ging es darum, Lernteams zu bilden, die aus jeweils 4–5 Schülern bestehen. Im katholischen Unterricht durften die SchülerInnen die Teams selbst zusammenstellen. In der evangelischen Religionslehre hingegen gingen SchülerInnen und Lehrerin einen Kompromiss ein. Es konnten freiwillig Zweier- bzw. Dreier-Teams gebildet werden, die dann im Anschluss durch die Lehrerin zu vollständigen Lernteams formiert wurden. Die erste Variante der Teamzusammenstellung hat den Vorteil, dass die SchülerInnen frei wählen können, mit wem sie am liebsten zusammenarbeiten wollen. Dies hat allerdings die Kehrseite, dass die sozial schwächeren SchülerInnen am Ende übrigbleiben könnten und somit auch eine crossfunktionale Verteilung nicht mehr sichergestellt wäre.

Die zweite Variante der Teamzusammenstellung ist daher ein schöner Kompromiss, um etwas von beidem zu gewährleisten.

Die Aufgabenstellung

Die Teams erhielten daraufhin ein Arbeitsblatt mit Lernzielen, die sie sich selbst auswählen durften. Die SchülerInnen mit evangelischem Glauben bekamen Lernziele zu den Themen Berufsorientierung und weltweite Arbeitsbedingungen aus evangelischer Sicht. In der katholischen Religionslehre erhielten die SchülerInnen Lernziele zum Themengebiet der Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts, in denen auch die Kirche in Frage gestellt wurde.
Das Arbeitsblatt enthielt zudem wichtige Informationen bezüglich der Rahmenbedingungen für die Erfüllung der Lernziele. Am Ende sollen die Schüler eine ca. 60-minütige Präsentation abhalten, die eine Umfrage, ein Interview und ein oder mehrere Fallbeispiele umfasst.

Strukturierung des weiteren Arbeitsprozesses

Pro Team wurde außerdem ein/e StrukturheldIn gewählt, der/die für die Einhaltung des Prozesses zuständig ist. Darunter fallen Aufgaben wie die Einhaltung der Zeit, die Moderation der Meetings und die Besprechung von Hindernissen der Teams mit dem Lerncoach.

Zu guter Letzt wurden die nächsten Schritte besprochen. In der darauffolgenden Einheit lernen die Schüler, Storys zu schreiben, ein Taskboard zu bauen und sich die Planung für die Sprintphase zu erarbeiten.

Wir dürfen gespannt sein, wie es hier weitergeht. Vorab ein kleiner Teaser:

Scrum in der Schule

Geschrieben von

Julia Wilhelm Julia Wilhelm Ihre soziale Kompetenz hat Julia Wilhelm gleich zu Beginn ihres Berufslebens in einem herausfordernden Umfeld trainiert: Als Flugbegleiterin hat sie gelernt, klare (Selbst-)Organisation und den respektvollen Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen und Kulturen zu vereinen. Die Faszination für das erfolgreiche Zusammenwirken von Menschen in Systemen ist geblieben und hat sie schon während ihres Studiums der Wirtschaftspsychologie mit dem Thema Agilität von Organisationen in Berührung gebracht. Als Coach und Beraterin lebt Julia Wilhelm Selbstorganisation, Teamfähigkeit und den konstrultiven Umgang mit Fehlern selbst vor. Geduld mit der Geschwindigkeit anderer ist dabei ihre große Stärke sowie eine systemische Denk- und Handlungsweise, die Lösungen hervorbringt, die durch bloßes Hinterfragen verborgen bleiben würden.

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