Das Ideenkorbprinzip: Schnelle Problemlösungen im Team, die Spaß machen!

Eine Alltagssituation in der Teamarbeit. "Ich habe da mal ein Problem/eine Frage und brauche kurz eure Hilfe." Schnell wird das Problem oder die Fragestellung in der Gruppe hin und her diskutiert. Lösungen werden vorgeschlagen, Tipps und Ratschläge gegeben, wieder verworfen, jeder meint es ja nur gut. Der Fragesteller gerät irgendwie plötzlich in den Hintergrund, ja manchmal regelrecht ins Abseits, weil heftig um richtig oder falsch debattiert wird. Jeder nimmt sich und seinen Vorschlag besonders wichtig und ist überzeugt, dass nur mit seiner Lösung dem Kollegen geholfen ist. Der wollte eigentlich nur einige Ideen und gar keine Ratschläge, die ja manchmal auch „Schläge“ sein können. Die Zeit vergeht, man kommt nicht so recht weiter, Frust oder gar Ärger machen sich breit.Eine Möglichkeit, solche oft wenig funktionalen Debatten zu vermeiden, ist das Vorgehen nach dem Ideenkorbprinzipzur kollegialen Problemlösung. Dieses kollektive Problemlösungsverfahren ist sowohl eine Methode als auch eine Grundhaltung. Er bietet methodisch ein ressourcenfokussiertes Vorgehensmodell, das nach dem sogenannten "Hebammenprinzip" funktioniert. Die Hebamme ist die entsprechende Metapher für die Haltung der Teilnehmer zur Realisierung des Ideenkorbs. Die Mutter, nicht die Hebamme bringt ja das Kind zur Welt. Letztere bringt ihr Know-how und ihre Unterstützung als Dienstleistung ein. Der Ideenkorb gibt eine klare Ablaufstruktur vor und wirkt über einfache Regeln und Rollen. Er bietet sich immer dann an, wenn ein Einzelner eine Problemfrage an eine Gruppe oder ein Team hat und sozusagen "Hebammen" für seine schnelle Problemlösung braucht.

Die Rollen im Ideenkorb

  1. Die Hauptperson informiert die anderen über das Problem/Thema und liefert den anderen die notwendigen Informationen für das Verständnis der Problemlage.
  2. Die Helfer agieren als "Hebammen" und liefern ihr Know-how als Ideen und Lösungsvorschläge in den imaginären "Ideenkorb".
  3. Bei Bedarf kann ein Visualisierer unterstützen und der Prozess kann durch eine Zeitvorgabe reguliert werden.

Der Ablaufprozess

  1. Die Hauptperson bringt ihr Thema möglichst präzise und ausführlich ein.
  2. Die Helfer stellen (bei Bedarf) gezielte Informationsfragen zum noch genaueren Verständnis und halten sich an dieser Stelle mit Ideen oder Vorschlägen noch bewusst zurück.
  3. Die Helfer liefern nun im spontanen Brainstorming Ideen und Lösungsvorschläge für die Hauptperson. Diese sollte sich in dieser Phase möglichst zurückhalten, um den Kreativprozess nicht zu stören. Grundsätzlich sollten hier Bewertung, Kritik und Diskussionen keinen Platz haben. Ebenso gilt erst mal das Prinzip "Quantität vor Qualität". Hier ist es oft sinnvoll, die Ergebnisse des Brainstormings zu visualisieren, wenn das entsprechende Equipment vorhanden ist.
  4. Die Hauptperson wählt nun die für sie passende Idee/Lösung aus. Sie alleine entscheidet, was sie brauchen kann. Die üblichen "Für und wider Debatten" sind nicht nötig und damit unbedingt zu vermeiden.
  5. Evtl. kann zum Abschluss noch über mögliche Maßnahmen zu Umsetzung der Lösung reflektiert werden, wenn die Hauptperson dies wünscht. Auch hier gilt: Die Hauptperson entscheidet, was für sie passt und ihrer Realität entspricht.

Wenn diese strukturierte Vorgehensweise von allen Beteiligten mit Disziplin,Dienstleistungsbewusstsein und im guten Dialog praktiziert wird, ist das Ideenkorbprinzip in der Regel eine effektive Bereicherung kollektiver Problemlösung und Ideenfindung. Anfangs erfordert es evtl. etwas Übung, um die entsprechenden Grundhaltungen zu integrieren, kann dann aber erfahrungsgemäß meist schnell in die Teampraxis integriert werden.Unzählige Tipps und Tools für den Teamalltag gibt es in den Trainings mit Dieter Rösner. Weitere Informationen gibt es hier.

Team
bgloger-redakteur
December 19, 2012

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