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Bauen ist eine Teamaufgabe. Denn es gilt, eine Vielzahl an unterschiedlichen Fachdisziplinen und Menschen zusammenzubringen. Beim agilen Bauen, wir sprechen auch von der Integrierten Projektabwicklung (IPA), steht am Anfang das Immobilienentwicklungsteam als ein crossfunktionales Kernteam, das so aufgestellt ist, dass es die richtigen Partner für die Realisierung, das Realisierungsteam, suchen und gewinnen kann.

Wenn Sie übrigens selbst IPA nutzen oder kennenlernen möchten, bieten wir Ihnen ein Zertifizierungstraining und für einen ersten Überblick das IPA kompakt an.

Vier Rollen für die geteilte Verantwortung

Echtes Miteinander in Bauprojekten verlangt nach geteilter Verantwortung im gesamten Projektteam. Damit das möglich wird, haben wir vier Rollen identifiziert (warum wir diese Rollen brauchen, habe ich in diesem Beitrag beleuchtet):

  • Das Immobilienentwicklungsteam stellt sicher, dass das Richtige gebaut wird und achtet auf den Return on Investment.
  • Das Realisierungsteam baut richtig und stellt die Qualität der Umsetzung sicher.
  • Zusammenarbeitsmanager und TransformationsTeams stellen das gemeinsame Bauen und die Produktivität sicher.

Zu Beginn entsteht das crossfunktionale Immobilienentwicklungsteam

Das Finden der richtigen Partner für ein Bauprojekt ist eine elementare Aufgabe, wenn partnerschaftlich gebaut werden soll. Dafür geht das Immobilienentwicklungsteam, unterstützt von Zusammenarbeitsmanagern, in einen Dialog mit potentiellen Partnern. Es gilt herauszufinden, wie tatsächlich miteinander gearbeitet werden kann, bevor die eigentliche Zusammenarbeit beginnt.

Damit das gelingt, kommt es darauf an, dass das Immobilienentwicklungsteam mit all denen besetzt und präsent ist, die im weiteren Verlauf Entwicklung, Realisierung, Nutzung und Betrieb des Gebäudes verantworten. Daher setzt es sich beispielsweise zusammen aus

  • einer Projektentwicklerin bzw. dem Bauherren,
  • dem (späteren) Betreiber,
  • einer Nutzervertreterin und
  • Bauprofis (Planer, Bauleiter, Kalkulatoren)

Darüber hinaus zieht das Immobilienentwicklungsteam bei Bedarf noch weitere Personen mit relevanter Expertise hinzu.

Das Immobilienentwicklungsteam

  • kennt den Markt und die Nutzer und ist in der Lage, zu entscheiden, was den größten Return on Investment bringt. Konkret entscheidet und priorisiert es also Anforderungen an Standort, Nutzungsart, Typologie und Gestaltung der Gebäude, Gestaltung und Ausstattung der Nutzungseinheiten, Nutzungsform, Spezifizierung für Nutzergruppen, Marketing, Nutzerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit, Lobbyarbeit etc.
  • verhandelt mit Investoren und Stakeholdern und verantwortet den Return on Investment
  • kommuniziert die priorisierten Anforderungen so an das Realisierungsteam, dass dieses eigenständig Lösungen finden und den Realisierungsaufwand einschätzen kann
  • stellt sicher, dass alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen und gewinnt die erforderlichen Experten und Unternehmen für die Entwicklung und Realisierung
  • ist in der Lage, die Vorschläge und Lösungsansätze des Realisierungsteams zu beurteilen, einzuordnen und kritisch zu hinterfragen
  • kann Anforderungen so formulieren, dass stets klar ist, WAS und WARUM eine Funktionalität benötigt wird, sodass das WIE der Umsetzung so offen wie möglich bleibt

Kooperatives Bauen in der Praxis

Die Zusammenarbeit zwischen Immobilienentwicklungsteam und Realisierungsteam ist im Projektverlauf geprägt vom partnerschaftlichen, ergebnisorientierten Dialog in Form von regelmäßigen Workshops, in denen gemeinsam gearbeitet und entschieden wird. So entsteht die erforderliche gemeinsame Verantwortung innerhalb des gesamten Projektteams.

Ich freue mich auf Ihren Kommentar hier oder auf Social Media. Mehr zu Agilität in der Baubranche in unserem Blog finden Sie unter dem Schlagwort Agiles Bauen. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem agilen Bauprojekt. Weitere Infos erhalten Sie auf unserer Bau-Expertise-Seite.

Hier geht’s zu den Trainings: IPA kompakt & IPA Champion powered by bg (mit Zertifizierung)

Bild: Pexels License, Pixabay

Geschrieben von

Arved Weidemüller Arved Weidemüller

Mit Scrum fand Arved Weidemüller einen Rahmen für das, was ihm in Projekten wichtig ist: ein menschliches Miteinander, Kommunikation und eine klare, kundenorientierte Vision. Ein deutlich definiertes „Warum?“ bringt aus seiner Sicht mehr Erfolg als die reflexartige Frage nach Terminen und Kosten. Als Champion für OKR (Objectives & Key Results) berät er Großkonzerne und Mittelständler. Durch seine umfangreiche Erfahrung im Baumanagement – er ist Architekt, zertifizierter Projektsteuerer und Mitglied im German Lean Construction Institute – findet Arved leicht den Draht zu Menschen auf allen Hierarchiestufen. Er sieht seine Aufgabe darin, einen gemeinsamen Willen zu schaffen, mit dem echte Veränderung möglich wird. Im Zusammenhang mit Digitalisierungsprojekten und Building Information Modeling begann er bereits 2015, agile Arbeitsweisen in der Bauprojektplanung einzusetzen und bringt als agiler Berater bei borisgloger consulting sowohl Bau- als auch Softwareentwicklungsprojekte voran.

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