Fly Up – Scrum – Höhle der Investoren: Scrum4Schools im Fach Wirtschaft und Recht am Gymnasium Trudering (#1)

Das Gymnasium Trudering geht wieder einmal innovative Wege in der Unterrichtsentwicklung. Zwischen März und Juni 2023 haben die rund 120 Schüler:innen der Jahrgangsstufe 10 im Fach Wirtschaft und Recht mit Scrum4Schools gearbeitet und Geschäftsmodelle entwickelt. Das Team von Scrum4Schools hat Lehrerin Meike Wiese und ihre Schüler:innen bei diesem tollen Piloten begleitet.

Bereits 2019 hatte sich die Schule im Münchener Stadtteil Trudering mit uns auf das Experiment agiles Lernen mit Scrum4Schools eingelassen. Mein Kollege Carsten Rasche hat damals in diesem Blog darüber berichtet. 2013 eröffnet, folgt das Gymnasium dem modernen Lernhausprinzip und will im Unterricht das Lernen aus der Erfahrung ermöglichen. Der im Schuljahr 2017/2018 in Bayern neu eingeführte LehrplanPLUS kommt dem entgegen, denn er sieht eine ausgedehnte Projektarbeit im Fach Wirtschaft und Recht vor, bei der die Schüler:innen ein eigenes Geschäftsmodell entwickeln und unternehmerisches Denken und Entscheiden nachvollziehen sollen.

Lehrerin Meike Wiese hat diese Neuerung im Lehrplan 2023 zum Anlass genommen, um Scrum4Schools als Lernmethode einzuführen. Denn was liegt näher, als agile Arbeitsweisen gleich mit auszuprobieren und zu erlernen, wenn es um das Thema Unternehmensgründung geht? Nicht ohne Grund ist Agilität aus der Wirtschaft heute nicht mehr wegzudenken – sie hat sich als der effektivste Transformationstreiber der Digitalisierung bewährt. Unternehmen, die agile Arbeitsmodelle etabliert haben, sind u.a. dadurch charakterisiert, dass sie flexibel auf sich verändernde Anforderungen und Rahmenbedingungen reagieren können – ein großer Vorteil in einer unsicheren, komplexen, volatilen und sich schnell verändernden Welt. Nur logisch also, dass auch junge Menschen schon früh an diese Art des Arbeitens und Lernens herangeführt werden sollten.

Mitte März starteten alle 120 Schüler:innen mit einem großen Kick-off ins Projekt. Mein Kollege Philipp Oepen führte die Jugendlichen spielerisch mit dem Ball Point Game an das Thema Agilität heran und gab einen Impuls zur Lernmethode Scrum4Schools.

Meike Wiese und Philipp Oepen beim Kick-off am 13.03.2022

Eine Gruppe von Schülern beim Ball Point Game

Anschließend teilten sich die Schüler:innen auf insgesamt 19 Lernteams auf (4 – 5 Teams pro Klasse à jeweils 4 – 5 Personen), die für den Verlauf des gesamten Projekts bestehen blieben und jeweils ein eigenes tragfähiges Geschäftsmodell entwickelten. Jedes Team setzte schon beim Kick-off ein eigenes Taskboard auf und startete mit der Ideenfindung für das eigene Geschäftsmodell.

Ein Lernteam beim Brainstorming

Ein Lernteam setzt sein Taskboard auf und sammelt erste Aufgaben

Nach dem Kick-off starteten die Lernteams in den ersten von vier Sprints (Lernzyklen) und erarbeiteten über einen Zeitraum von insgesamt drei Monaten unterschiedliche Geschäftsmodelle. Dabei entwickelten sie nicht nur innovative und kreative Produktideen, sondern befassten sich eingehend mit allen Themen einer erfolgreichen Unternehmensgründung: Mit Finanzierungskonzepten, Standortentscheidungen, Rechtsformwahl, Marketingkonzepten, Vertriebswegen und vielem mehr.

Meike Wiese hatte im Vorfeld des Projekts in liebevoller Detailarbeit einen Projekt-Zeitplan erstellt, der transparent machte, zu welchem Zeitpunkt welche Scrum-Treffen stattfinden würden. Diesen Zeitplan sowie alle weiteren für das Projekt relevanten Informationen und Dokumente hat sie auf der digitalen Lernplattform mebis des bayerischen Kultusministeriums für die Schüler:innen bereitgestellt und damit die Nutzung digitaler Tools zum integralen Bestandteil des Projekts gemacht.

Für den Abschluss des Projekts hat sich Meike Wiese etwas ganz Besonderes überlegt: in Anlehnung an das Fernseh-Format „Höhle der Löwen“ dürfen die Teams mit den besten Geschäftsmodellen ihr Konzept am 27. Juni in einer „Höhle der Investoren“ vor einer qualifizierten Eltern-Jury ausführlicher präsentieren und können einen von drei Preisen gewinnen. Viele Gäste sind geladen: Eltern, Großeltern, Geschwister und Mitschüler:innen werden dabei sein, wenn die Jugendlichen ihre hart erarbeiteten, innovativen Geschäftsideen präsentieren. Und natürlich wird auch Scrum4Schools live vor Ort sein und die Abendveranstaltung gemeinsam mit zwei Schülerinnen moderieren. Wir freuen uns schon sehr auf das Event und berichten ganz sicher im Anschluss, wie es war.

 

Du willst im Unterricht ebenfalls mit Scrum4Schools arbeiten?

Dann komm zu einem unserer Methodentrainings und erfahre, wie du als Lehrkraft deine Schüler:innen mit Scrum4Schools befähigen kannst, in selbstorgansierten Lernteams zu arbeiten. Das Training bietet einen idealen Einstieg in agile Lernformate. Aktuelle Termine findest du auf unserer Homepage.

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Geschrieben von

Laura Vollmann-Popovic Laura Vollmann-Popovic Die Themen Bildung und Beteiligung beschäftigen Laura Vollmann-Popovic schon sehr lange. Seit vielen Jahren arbeitet sie mit Schulen zusammen und unterstützt Schüler:innen und Lehrerkräfte dabei, Bildungsprozesse aktiv mitzugestalten. Der erste Schritt dahin: den Spaß am Lernen in die Klassenzimmer bringen! Als Trainerin für Scrum4Schools unterstützt Laura junge Menschen dabei, Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess zu übernehmen, ihre Teamfähigkeit, Selbstsicherheit, Kreativität und Sozialkompetenzen zu stärken und Schule zu einem Ort zu machen, an dem man gemeinsam fürs Leben lernt. Ihr Talent, Menschen für Neues zu begeistern, setzt sie auch privat ein und organisiert u. a. politische Studienreisen nach Bosnien und Herzegowina. Gemeinsam mit Anna Czerny, Program Manager für Scrum4Schools in Österreich, hat sie ehrgeizige Pläne für Scrum4Schools.

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