Story Map
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Es ist doch so: Eine Produktvision oder Produktidee zu konkretisieren und daraus User Storys zu entwickeln, ist nicht immer einfach. Ganz im Gegenteil: Es ist meistens sehr kompliziert. Allein schon die Frage nach dem Anfang und dem Ende ist schwierig. Man fängt an, seine eigenen Ideen und die des Teams zu sammeln und zu dokumentieren. Am Ende steht man mit einer langen Liste an Ideen da und schnell stellen sich ein paar Fragen:

  • Haben wir jetzt alles bedacht?
  • Sind unsere Ideen vielleicht viel zu umfangreich für einen ersten Prototyp?
  • Prototyp?
  • Und was will der Kunde denn eigentlich?
  • Der Kunde? Stimmt. Da war noch wer!

Wenn man in dieser Situation steckt, hilft es, sich mit einer Story Map in den Kunden hineinzuversetzen und dessen Geschichte zu erzählen. Wie macht man das? Nun, wie bei jeder guten Story braucht es eine gewisse Struktur, die sich in Aktivitäten, Steps und Details unterteilen lässt. Ach ja, eine große leere Wand, Post-its und Stifte sind auch von Vorteil.
Zunächst werden die Aktivitäten auf einzelnen Post-its festgehalten. Aktivitäten sind große, meist in sich abgeschlossene Schritte, die der Kunde macht. Zum Beispiel: Informationen über ein Produkt einholen, Produkt auswählen, Warenkorb einsehen, Zahlungsoptionen auswählen oder Lieferoptionen auswählen.
Eine Stufe tiefer kommen die Steps. Diese helfen, die großen, groben Aktivitäten spezifischer zu machen. Hier wird aufgezählt, was der Kunde innerhalb einer Aktivität alles macht, um sie letztlich abzuschließen. Beispiele für die Steps innerhalb der Aktivität „Produkt auswählen“ können sein: einzelne Produkte ansehen, favorisiertes Produkt auswählen, Produktdetails ansehen, Produktdetails anpassen, Produkt in Warenkorb legen.
Die Details füllen die Steps mit Leben und werden am Schluss aufgeschrieben. Hier werden alle wilden, coolen aber auch essentiellen Ideen, die die Steps zu einem Erlebnis machen sollen, an die Wand geheftet. Diese Details können sowohl ganz spezifisch als auch grob und allgemein formuliert sein. Zum Beispiel: Warenkorb-Button, die Farbe anhand eines Tuschkastens auswählen, Anwendungsgebiete des Produkts anzeigen oder ein Produktteaser.

Story Map

Beispielaufbau einer Story Map
angelehnt an: Patton, Jeff und Economy, Peter (2015, 1. Aufl.): User Story Mapping – Die Technik für besseres Nutzerverständnis in der agilen Produktentwicklung)

Innerhalb der Schritte kann man ganz schnell feststellen, ob etwas vergessen wurde oder nicht. Wenn ja, dann werden die Post-its einfach umsortiert und neu angeordnet. Das Schöne ist: Es wird dabei jede Menge miteinander gesprochen und jeder erzählt seine Vorstellung der Kunden-Story. Ganz nebenbei wird so ein einheitliches Verständnis geschaffen. Das Tolle an Story Mapping ist, dass es entweder als einzelne Methodik innerhalb eines Prozesses zum Aufbau eines initialen Produkt Backlogs verwendet werden kann oder nachgelagert, als Resultat eines Design Thinking Workshops. In Kombination mit Design Thinking entsteht so gleichzeitig die Story inklusive Feedback des Kunden. Einen guten Einblick, wie ein Design-Thinking-Prozess aussieht gibt es hier.
Doch wie komme ich nun von der Story Map zu einem initialen Produkt Backlog mit Epics und User Storys? Das erzähle ich beim nächsten Mal.

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