Agiles Visualisieren
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Papier ist geduldig? Von wegen! Papier, das von einem agilen Team als lebendiges Artefakt genutzt wird, hat ein eingebautes Verfallsdatum. Visualisierungen werden gemeinsam erstellt, ergänzt und oft mitgeschleppt – in den Teamraum, zum Anwender, zu Scrum-Meetings und vielem mehr. Dabei geht Papier von alleine kaputt und das ist gut so. It’s not a bug, it’s a feature!

Warum?

Ich hatte einen Kunden — dem ich zwei Bier ausgeben werde, falls er diese Zeilen findet 🙂 — bei dem die höchste Auszeichnung für ein nutzenstiftendes Flipchart lautete „Das laminieren wir!“ So lässt es sich konservieren und wiederverwendbar machen, indem mit Whiteboard-Stiften darauf geschrieben wird (falls tatsächlich das richtige Putzmittel zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung steht).

Ich bin dagegen und glaube: Das Laminieren verzögert die Weiterentwicklung. Wir nutzen das Artefakt dadurch länger – wahrscheinlich länger als gut ist. Gleiches gilt übrigens für das digitale Ablegen von agilen Artefakten.

Was dann?

Nutzt stattdessen das eingebaute Verfallsdatum zur Reflexion. Zerknittertes, ausgerissenes, im Extremfall sogar vergilbtes Papier ist eine Einladung zur Konversation und lässt im Optimalfall folgende Fragen laut werden:

  • Sind die Informationen noch aktuell?
  • Habt ihr etwas dazugelernt, seitdem das Artefakt erstellt wurde?
  • Stiftet das Artefakt noch Nutzen? Und lässt sich dieser durch Weglassen, Hinzufügen, Ändern oder gar Wegschmeißen noch steigern?

Und wer weiß? Vielleicht sind die so leicht ausreißenden Löcher zum Aufhängen von Flipcharts eine liebevoll durchdachte und absichtlich konzipierte Sollbruchstelle, um eben diesen Prozess der Reflexion, Überarbeitung und Verbesserung noch zu beschleunigen.


Lust auf eigene Artefakte aus Papier, aber du kannst noch gar nicht zeichnen? Das ändern wir binnen zwei Tagen im Visual Scrum Training.

Mehr Storys aus der Visualisierungs-Praxis und Beispielbilder findest du hier auf Youtube.

Geschrieben von

Constanze Riess Constanze Riess

„Das ist ja total sinnvoll, so würde ich auch gerne arbeiten!“, hört Constanze Rieß oft, wenn sie Freunden erklärt, was Scrum ist. Und davon ist auch die Betriebswirtin überzeugt: Scrum ist einfach, macht gerade deswegen produktiv, bringt die Menschen zusammen und gemeinsam voran. Da sie selbst eine pragmatische Natur hat, steht sie voll und ganz hinter der agilen Aufforderung „weniger grübeln, mehr tun“. Auch wenn Veränderungen nicht immer leicht fallen, nimmt Constanze Rieß es gelassen, da sie in allen schwierigen Situationen auch das Positive erkennt. Mit ihrer Offenheit fällt es Constanze leicht, Kontakte aufzubauen und sich in mittelständischen Strukturen wie in Konzernen gleichermaßen sicher zu bewegen. Ohne die Ziele aus den Augen zu verlieren, bringt sie Humor in die Zusammenarbeit und hilft damit anderen, (mehr) Freude in der eigenen Arbeit zu finden.

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