Retrospektive Remote: Damit das Scrum Team auch im Home Office vorankommt

Mit dem Remote Daily Standup habt ihr schon den wichtigsten Schritt getan, um mit eurem Team auch im Remote Office in Kontakt zu bleiben und den Arbeitstag mit einer täglichen Routine zu beginnen. Als nächstes auf der Prioritätenliste steht die Retrospektive.

Wie sonst auch versammelt der Scrum Master das Team, um zu besprechen, was seit dem letzten Retro-Meeting gut gelaufen ist und was verbessert werden kann. Um die Remote Retro zu unterstützen, kann er Flipcharts mit Fragen vorbereiten und während der Videokonferenz seine Kamera darauf richten, oder er verwendet ein elektronisches Whiteboard, aber nicht vergessen, dass das Team auch das Gesicht des Scrum Masters sehen sollte.

 Was ihr beim Remote Retro anders macht:

  • Schafft neben den üblichen Fragen zum Sprint Raum für Gespräche zur neuen Situation und steigt mit einer Check-in-Frage dazu ein, wie jeder Einzelne sie erlebt wie z.B. „Für mich ist es ungewohnt, dass ich meine Wohnung nicht ohne Grund verlassen darf.“
  • Das Team und der Scrum Master schreiben keine Post-its, die sie an die Flipcharts kleben,
  • stattdessen sprechen alle reihum mit Hilfe von Kreisarbeit.

So funktioniert Kreisarbeit im Remote Retro:

  • In der klassischen Kreisarbeit wird reihum gesprochen. Jeder spricht ohne Unterbrechung so lange, wie er oder sie möchte. In der Remote-Kreisarbeit wird ein symbolischer Redestab weitergegeben, also sagt z.B. die Astrid, jetzt ist der Peter dran, der Scrum Master achtet darauf, dass auch wirklich alle in jeder Runde zu Wort kommen.
  • Wir arbeiten in drei Runden: Wir nutzen für die einzelnen Runden die klassischen Fragen:
  • Runde 1: “Was ist in den letzten Tagen passiert?”
  • Runde 2: “Was hat in den letzten Tagen gut funktioniert? Sollen wir so weiterarbeiten?
  • Runde 3: “Wie können wir unsere Arbeit im Team verbessern? Was würde uns weiterhelfen?”
  • Zur Runde 2: Keiner braucht mitzuschreiben, was gut funktioniert hat. Das Team wird das ohnehin so weitermachen und wer bei den anderen etwas sieht, das gut funktioniert, wird es nachmachen.
  • Ganz zum Schluss, also gewissermaßen Runde 4: Der Scrum Master fragt, was passieren muss, damit das Remote-Meeting nächste Woche besser funktioniert und kümmert sich darum, z.B.: Gab es technische Probleme? Ist das Wifi zuhause nicht gut genug?
  • Ganz wichtig: Bei der Kreisarbeit geht es ums zuhören. Versucht, spontan zu antworten, nachdem ihr euren Vorrednern zugehört habt. Dadurch entsteht so etwas wie ein gemeinsamer Erkenntnisraum.

Für eine Alternative zur Kreisarbeit, die näher am Post-it-System ist, erstellt ihr ein interaktives Dokument, z.B. ein Google Doc. Der Scrum Master schreibt die Fragen auf je eine Seite im Dokument, alle tippen gleichzeitig in drei Minuten ihre kurzen Antworten hinein, anschließend werden sie vorgelesen.

Ansonsten verfahrt ihr mit den Ergebnissen, wie in der klassischen Retro – verbessert von Retro zu Retro etwas. Dann wird auch eine Remote-Retro zu einem erfolgreichen Meeting.

Hier auch wieder unsere Einladung:

Solltet ihr spezielle Fragen zur Remote-Teamarbeit haben, postet sie einfach und wir antworten – wir freuen uns, wenn wir euch helfen können!  

 

Geschrieben von

Boris Gloger Boris Gloger Boris Gloger zählt als erster Certified Scrum Trainer weltweit zu den Scrum-Pionieren und ist ein Vordenker für neue Arbeitsformen. Er glaubt nicht nur an Scrum, weil es bessere Produkte in kürzerer Zeit hervorbringt, sondern auch, weil es den Arbeitsplatz in einen humaneren Ort verwandeln kann.   Boris ist Unternehmensberater, Autor, Serial Entrepreneur und Keynote Speaker und zählt weltweit zu den Pionieren von Scrum und AgilitätFür ihn war „Agile“ immer mehr als reine Methodik: Als einer der Ersten hat er erkannt, dass in agilen Denk- und Arbeitsweisen die Kraft steckt, Organisationen von Grund auf neu auszurichten und dadurch fit für das 21. Jahrhundert zu machen. An seinen Ideen zu einem modernen, agilen Management orientieren sich heute viele nationale und internationale Unternehmen. Als Vater zweier Kinder hat Boris ein starkes Bedürfnis, in der Gesellschaft etwas positiv zu verändern. Deshalb engagiert er sich u. a. für eine radikale Umkehr des derzeitigen Bildungssystems, wie etwa mit dem erfolgreichen Pilotprojekt Scrum4Schools. Er ist fest davon überzeugt, dass Selbstorganisation und das Prinzip der Freiwilligkeit die besten Wege sind, um Ziele zu erreichen und ein eigenständiges Leben zu führen. 

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