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Das Sprint Review remote durchzuführen ist einfach. Der Schlüssel liegt in der Vorbereitung.

User und Stakeholder einladen

Im Sprint Review geht es darum, Feedback zu den gelieferten (d.h. fertigen!) Items bzw. User Stories zu erhalten und neue Impulse von Usern und Stakeholdern zu gewinnen. Hier scheitert es schon in vielen Fällen: Wenn User und Stakeholder nicht eingeladen sind, kocht das Team munter im eigenen Süppchen (d.h. es bekommt keine Impulse von außen) und im schlimmsten Fall nimmt der Product Owner Stories erst im Sprint Review ab und nicht im Vorfeld. Das ist ein elementarer Punkt: Abnahmen finden kontinuierlich während des Sprints im Dialog zwischen Product Owner und Scrum Team statt, das Sprint Review dient dem Feedback und Erkenntnisgewinn durch Personen außerhalb des Teams.

Durch das Meeting führen

Das Review wird vom Scrum Master eröffnet. Er begrüßt die Teilnehmenden und übergibt an den Product Owner. Dieser stellt das Sprintziel vor, zeigt auf, welche Items fertiggestellt wurden und welche nicht und gibt anschließend an das Development-Team weiter. Die Teammitglieder präsentieren die fertigen Inkremente und die User und Stakeholder sind eingeladen, diese aktiv auszuprobieren. Nach der Live-Demo und dem Ausprobieren der Neuheiten (ggf. müssen Zugänge bereitgestellt werden) werfen die Beteiligten einen Blick auf den möglichen Scope für den nächsten Sprint und besprechen, ob sie wegen neuer Erkenntnisse oder Ausgangslagen die Prioritäten im Backlog verändern sollten.

Sicherheitshalber eine Powerpoint-Präsentation vorbereiten

Im Sprint Review wechseln die Präsentierenden mehrmals: Der Scrum Master gibt weiter an den Product Owner, der Product Owner an ein Teammitglied, dieses Teammitglied ans nächste, vielleicht ist auch ein User eingebunden, bevor die Live-Demo weitergeht und am Ende ein offener Austausch stattfindet, den der Scrum Master moderiert. Im Meeting vor Ort ist das in der Regel kein Problem, im remote Meeting kann es wegen der Technik zu Reibungsverlusten kommen.

Im Idealfall funktioniert die Technik, alle Teilnehmenden wissen mit den Tools umzugehen und wie sie im richtigen Moment ihre jeweiligen Bildschirme mit den anderen teilen. Falls das nicht reibungslos funktioniert und es zu häufigen Unterbrechungen kommt, kann der Scrum Master stattdessen die Teilnehmenden mit einer Powerpoint-Präsentation durch das Meeting führen, zu der die jeweiligen Präsentierenden ihre Inhalte beitragen, beispielsweise als Screenshots. Der Scrum Master sorgt dann für den roten Faden in der Präsentation. Eine solche Präsentation in der Hinterhand zu haben, ist bei technischen Schwierigkeiten eine Erleichterung, vor allem wenn das Review zum ersten Mal Remote stattfindet und es noch keine Erfahrungswerte gibt.

Falls die Präsentationsdatei zu groß ist, kann es während der Bildschirmübertragung zu langen Ladezeiten bei den einzelnen Teilnehmern kommen. Deshalb sollte der Scrum Master die Powerpoint-Datei auch als PDF abspeichern und anschließend komprimieren. Im PDF-Format sollte die Präsentation flüssiger abspielbar sein, da es zu kürzeren Ladezeiten kommt. Der Scrum Master führt durch die Seiten und die Teilnehmenden sprechen zu ihrem jeweiligen Inhalt. Ob eine Präsentation sinnvoll ist und den Aufwand rechtfertigt, ist eine Frage für die einzelnen Teams.

Mit den Inspirationen von Garr Raynolds können wir Präsentationen auf ein ganz neues Level heben. Er verbannt überflüssigen Text von den Folien und reduziert die Elemente auf ein Minimum, sodass nichts von der Botschaft des Sprechenden ablenkt. Mehr zu Reynolds‘  „Presentation Zen“ findet ihr auf seiner Webseite.

Training für Remote Teams

Um tiefer in die Möglichkeiten einzutauchen, mit denen ihr die Zusammenarbeit von Scrum-Teams aus dem Home Office heraus gestalten könnt, gibt es in Kürze das Training „Remote Collaboration for Agile Teams“. Um die Trainings-Termine und genauere Informationen per E-Mail zu erhalten, könnt ihr euch hier vormerken: borisgloger trainings

Foto: Pixabay License, kaboompics

Geschrieben von

Matthias Rodewald Matthias Rodewald In seiner Freizeit beschäftigt sich Matthias Rodewald leidenschaftlich gerne mit Permakultur. Dazu muss man ein Gespür für die Zusammenhänge und Vorgänge in einem System haben und für die Momente, in denen man eingreifen oder das System „selber machen lassen“ muss. Als Betriebswirt denkt Matthias Rodewald natürlich ökonomisch, wägt Risiken und Chancen von Maßnahmen ab, denkt in Mehrwerten – und achtet trotzdem darauf, dass der einzelne Mensch gestärkt aus der Zusammenarbeit hervorgeht. Wandel ist für Matthias Rodewald ein Ausdruck von Lebendigkeit, der in menschlichen Systemen ein kräftiges „Warum“ braucht. Diese Frage traut sich Matthias Rodewald zu stellen, um den Mut und die Kraft zur Veränderung in die richtigen Bahnen zu lenken.

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